Oberengstringen
Wer ist so grausam und hat auf meine Katze geschossen?

Ein Unbekannter attackierte in der Nacht auf gestern Kater Maui. Das Projektil musste in der Tierklinik aus dem Unterschenkel der Katze entfernt werden.

Alex Rudolf
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Kater Maui wurde mit einem Luftgewehr angeschossen
6 Bilder
01_Kater Maui wurde in der Nacht auf Donnerstag angeschossen
04_Wer tut so etwas
02_Erst der Tierarzt entdeckte ein Projektil in der Pfote des Katers
03_Nach einer Operation ist ihre Katze auf dem Weg zur Genesung
Maui ist auf dem Weg zur Besserung.

Kater Maui wurde mit einem Luftgewehr angeschossen

Alex Rudolf

Christine Zollinger dachte sich nichts Böses, als sie gestern Morgen einen kleinen Tropfen Blut auf dem Stuhl entdeckte, auf dem Kater Maui sass: «Er oder eine meiner beiden anderen Katzen werden wohl wieder einen Vogel nach Hause gebracht haben», sagt sich die Oberengstringerin und denkt nicht weiter daran. Erst als sie eine weitere Blutspur auf dem Fenstersims entdeckt, wo Maui zuvor gesessen hatte, wird ihr klar, dass etwas nicht stimmt. Nach näherer Betrachtung entdeckte sie eine blutende Wunde an einem Hinterbein des Katers: «Ich war schockiert und konnte mir erst gar nicht vorstellen, wie sich dies ereignet haben könnte», so Zollinger. Ein kleiner Hautfetzen lampte vom Fell ab, Maui verhielt sich sonst jedoch normal.

Luftgewehr-Attacke

Zollinger brachte den Kater in die Tierklinik nach Regensdorf. Dort wurde ein Projektil aus dem Unterschenkel des Vierbeiners entfernt. «Ich dachte, ich höre nicht recht», so Zollinger. Der Tierarzt sagte ihr, dass jemand mit einem Luftgewehr auf die Katze geschossen hatte. Maui war nicht in Lebensgefahr, doch musste das Projektil operativ entfernt werden. Nun steht eine einwöchige Antibiotika-Kur auf dem Programm. Den ganzen Tag verbrachte er in der Regensdorfer Tierklinik. Kostenpunkt: etwas über 400 Franken. «Ich bin froh, dass er noch lebt, doch schockiert mich dieser Umgang mit anderen Lebewesen», so Zollinger. Sie kann sich auch nicht vorstellen, wer auf ihren Kater geschossen haben könnte: «Mir ist niemand bekannt, der ein Luftgewehr besitzt.» Es sei auch schwer abzuschätzen, wo Maui angeschossen worden sein könnte. «Unsere Katzen bewegen sich in einem relativ grossen Umkreis. Gut möglich, dass er nicht in Oberengstringen, sondern in einer anderen Gemeinde angeschossen wurde», sagt sie.

Nun will Zollinger wissen, wer dahinter steckt. Noch gestern Abend verteilte sie Flugblätter in ihrer Nachbarschaft. «Wer ist so grausam und hat auf meine Katze geschossen?», fragt sie darin. Weiter werde sie alles Mögliche unternehmen, um diesen bösen Menschen zu finden. Auch mit der Polizei stand Zollinger bereits in Kontakt. Am kommenden Mittwoch, ihrem freien Tag, wird sie Anzeige gegen unbekannt erstatten.

Das soll sich nicht wiederholen

Nicht der erste Fall

Der Fall von Kater Maui ist nicht der einzige seiner Art im Limmattal. In den vergangenen Jahren verschwanden immer wieder Katzen spurlos oder wurden misshandelt. Ein böser Verdacht tauchte letztmals vor einem Jahr im Birmensdorfer Dörfliquartier auf. Innert weniger Wochen verschwanden vier Katzen wie vom Erdboden. Die Besitzerfamilien reichten gemeinsam Anzeige gegen unbekannt ein. Im Jahr 2012 war Geroldswil der Schauplatz: Innert weniger Wochen verschwanden 17 Katzen, der Grund dafür wurde nie aufgeklärt. Ebenfalls im Jahr 2012 musste Büsi Negritta eingeschläfert werden. Es wurde mit Verbrennungen dritten und vierten Grades in Oetwil vorgefunden. Ebenfalls eingeschläfert werden musste die Siamkatze Garfield. Sie wurde 2010 in einem Abfallcontainer in Dietikon gefunden. (aru)

Wer eine solche Tat begeht, kann sich Christine Zollinger kaum vorstellen. «Es ist verabscheuenswürdig», sagt sie traurig. Unsere drei Katzen, Tapsi, Balou und Maui sind im ganzen Quartier bekannt und beliebt», sagt sie weiter. Dann klingelt es an der Tür. Zwei Nachbarsmädchen stehen mit ihrer Mutter davor. Sie haben vernommen, dass mit Maui etwas geschehen ist und wollen sicherstellen, dass es ihm wieder besser geht. Als sie den Verband des roten Katers erblicken, schrecken die Mädchen auf: «Nein, wer macht denn so was?»

Hält Zollinger den Angriff auf ihre Katze für einen Bubenstreich oder für das Werk eines Katzenhassers? «Schlussendlich ist mir das egal. Meine Katze kam zu Schaden», sagt sie traurig. Ihr gehe es darum, dass sich eine solche Gräueltat nicht wiederholt. «Die Leute sollen wissen, was passiert ist und achtsam sein. Würde man den Täter finden, dann könnte anderen Katzen so viel Leid erspart werden.»

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