Dietikon

Zu teuer: Dietiker Stadtrat will keinen Boots-Waschplatz bauen

Wer sich die Limmat hinuntertreiben lässt, kann sein Boot auf der Allmend Glanzenberg nicht waschen. Eine Anlage wäre zu teuer, sagt der Stadtrat.

Wer sich die Limmat hinuntertreiben lässt, kann sein Boot auf der Allmend Glanzenberg nicht waschen. Eine Anlage wäre zu teuer, sagt der Stadtrat.

Der Kanton ruft dazu auf, dass Gummiboote und Stand-up-Paddles nach dem Gebrauch in einem Gewässer gereinigt werden. Wenn der Kanton einen Waschplatz auf der Allmend Glanzenberg einrichten will, dürfe er das tun, sagt der Dietiker Stadtrat. Ihm selber ist es zu teuer.

Der Dietiker Stadtrat will keinen Waschplatz für Gummiboote und Stand-up-Paddles bei der Allmend Glanzenberg einrichten. «Da die Limmat ein kantonales Gewässer ist, sieht der Stadtrat die Realisierung eines allfälligen Waschplatzes in der kantonalen Verantwortung» hält er in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage von Gemeinderat Andreas Wolf (Grüne) fest.

Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft empfiehlt, dass Boote und Wassersportgeräte nach dem Entwässern gereinigt werden. Damit soll verhindert werden, dass Pflanzen und Tiere, die an einer Oberfläche haften bleiben, später in einem anderen Gewässer ausgesetzt werden. Der Verbreitung von gebietsfremden Tieren und Pflanzen, sogenannten Neobiota, soll so Einhalt geboten werden. Das kantonale Amt macht mit Plakaten, von denen einige auch auf der Allmend Glanzenberg stehen, auf dieses Problem aufmerksam.

Auf der Allmend gibt es heute nur einen Wasseranschluss in Form eines Brunnens. «Dieser ist jedoch nicht für das Waschen von Gummibooten und Stand-up-Paddles konstruiert», hält der Dietiker Stadtrat in seiner Antwort fest. Entsprechend sei es heute dort nicht möglich, Schwimmutensilien zu reinigen.

Es wäre auch nicht gerade einfach, einen Boots-Waschplatz auf der Allmend einzurichten, schreibt der Stadtrat weiter. «Innerhalb des Uferbereiches und entlang des Limmatuferweges dürfen keine Bauten und Anlagen neu erstellt werden.» Ein Waschplatz in direkter Nähe des Ausstiegsbereichs für Gummiböötler sei deshalb kaum bewilligungsfähig.

Kaum freier Platz und hohe Investitionen

Auch im Bereich der Liegewiese sowie der Grillplätze sieht der Stadtrat keine Möglichkeit, eine Reinigungsgelegenheit für all die Utensilien der Hobbykapitäne und Wassersportler zu schaffen. Dort seien die Platzverhältnisse an sonnigen und warmen Tagen bereits eng. Zudem würde ein Waschplatz auch den Untergrund verändern. Es könnten sich Pfützen bilden, der Boden könnte schlammig werden. «Dies würde die heute bestehenden Nutzungen übermässig beeinträchtigen.»

Ein allfälliger Waschplatz müsste deshalb auf einem Teil des bisher eingezäunten, landwirtschaftlichen Landes westlich der Allmend erstellt werden. Im Weiteren müsste viel investiert werden, schreibt der Stadtrat. Es wäre dann nicht nur eine Verlängerung der Wasserleitung notwendig. Es müsste wohl auch ein Anschluss an die Kanalisation erfolgen. Denn es sei davon auszugehen, «dass nicht nur Schwimmutensilien, sondern auch Geschirr und Grills gewaschen würden.»

Die Kosten für die baulichen Massnahmen schätzt der Stadtrat auf 15000 Franken. Angesichts dieses hohen Aufwandes sieht der Stadtrat davon ab, auf der Allmend Glanzenberg einen Boots-Waschplatz einzurichten. «Er stellt aber seine volle Kooperation in Aussicht, sollte ein solcher durch das kantonale Amt erstellt werden.

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