Unterengstringen
Zunahme an Bibliotheks-Ausleihen übertrifft Erwartungen

Die Exekutive will die längeren Öffnungszeiten der Bibliothek beibehalten . Das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Das Bibliotheksteam: Heidi Rippstein, Erika Schlatter, Bibliotheksleiterin Karin Baeriswyl und Gaby Egli.

Das Bibliotheksteam: Heidi Rippstein, Erika Schlatter, Bibliotheksleiterin Karin Baeriswyl und Gaby Egli.

Sandro Zimmerli

Durch längere Öffnungszeiten soll das Dienstleistungsangebot vergrössert und die Bibliothek zu einem Treffpunkt in Unterengstringen werden: Das war das Ziel des vor zwei Jahren gestarteten Projekts «Träff». Nun endet die Pilotphase. Geht es nach dem Gemeinderat und dem Bibliotheksteam, sollen die Öffnungszeiten von heute 30,5 Stunden die Woche definitiv beibehalten werden. Dafür braucht es wie schon bei der Genehmigung des Pilotprojektes die Zustimmung der Gemeindeversammlung. Am 3. Dezember wird sie über den Antrag befinden.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. «Die Besucherzahlen sind von 2012 zu 2013 um 42 Prozent gestiegen, die Ausleihen um knapp 30 Prozent», sagt Bibliotheksleiterin Karin Baeriswyl. Zudem seien im gleichen Zeitraum 117 Neueinschreibungen von Kunden erfolgt. Das entspreche einer Zunahme von 23 Prozent. Damit sind die zu Beginn des Projektes formulierten Ziele deutlich übertroffen worden. Bei den Besucherzahlen strebte man einen Zuwachs von 25 Prozent und bei den Ausleihen eine von 10 Prozent an.

Vermehrt junge Familien

«Eine derartige Zunahme bei den Ausleihen ist sehr hoch, zumal heute E-Books immer beliebter werden», sagt Baeriswyl. Interessanterweise machten Bücher einen Grossteil der zusätzlichen Ausleihen aus, besonders im Erwachsenenbereich. «Wir haben festgestellt, dass vermehrt junge Familien zu uns kommen und den Kindern etwas vorlesen oder mit ihnen Brettspiele spielen», so die Bibliotheksleiterin.

Aber auch ältere Generationen würden die Bibliothek rege nutzen. «Einmal monatlich findet ein Spielnachmittag für Erwachsene statt, Senioren treffen sich bei uns zum Kaffeetrinken und zum Plaudern», sagt Baeriswyl.

Viele Eltern würden in der Bibliothek auf ihre Kinder warten, die nebenan in die Schule gehen. Sie schätzen es auch, dass der Schulhausplatz mit den neuen Öffnungszeiten länger einer gewissen Kontrolle untersteht. «Die Eltern wissen, dass wir bis 19 Uhr auf dem Schulareal sind und ein Auge auf ihre spielenden Kinder haben», so Baeriswyl. Die Kinder ihrerseits nützten die vorhandenen Arbeitsplätze, um Hausaufgaben zu machen. «Sie können auch unser Telefon benutzen, um sich zu Hause zu melden», erklärt sie. Gemeinsam mit der Schule setze man sich zudem weiterhin für die Leserförderung der Kinder ein.

Zusammen mit verschiedenen kulturellen Anlässen, die das Jahr hindurch organisiert würden, hat sich die Bibliothek also zu einem Treffpunkt gemausert. «Trotzdem ist es uns wichtig, dass das Kerngeschäft, die Ausleihe von Medien, im Vordergrund steht. Wir passen das Angebot laufend an», so Baeriswyl.

Die für die zweijährige Projektphase geschaffene Betriebsstruktur soll beibehalten werden. Das heisst, dass die vier Bibliotheksmitarbeiterinnen weiterhin sämtliche Arbeiten neben der Ausleihe und der Beratung, wie das Bestellwesen, die Medienaufbereitung und alle administrativen Aufgaben, während der Öffnungszeiten erledigen. Sie kommen zusammen wie bis anhin auf ein Pensum von 170 Stellenprozent. Im Budget 2015 sind für den Bibliotheksbetrieb Kosten von 182 100 Franken eingestellt. Nach neuem Verteilschlüssel beteiligt sich die Schule mit 40 Prozent daran.

Sowohl die SVP als auch die FDP sprechen sich für die definitive Einführung des Projektes aus. «Die SVP hat einstimmig beschlossen, die Überführung des Testbetriebs in eine geordnete Struktur gutzuheissen», heisst es auf Anfrage. Der Versuchsbetrieb habe alle Vorgaben erfüllt oder übertroffen, so die FDP.