Das Stadtorchester Schlieren lud unter der Leitung von Hugo Bollschweiler auf eine Reise durch die Klangwolken von Edward Elgar, Peter Tschaikowski und Wolfgang Amadeus Mozart ein. Das Programm in der katholischen Kirche Schlieren bestand aus drei musikalischen Liebesgeschichten aus dem 18. und dem 19. Jahrhundert. «Genau genommen gibt es ja noch eine vierte Liebesgeschichte, nämlich diejenige zwischen Ihnen, liebes Publikum, und unserem Stadtorchester. Ohne Ihre treue Unterstützung wäre es nicht möglich für uns, als Stadtorchester fortzubestehen», rühmte der Dirigent des Orchesters das Publikum in seiner Begrüssung am Freitagabend.

Eröffnet wurde das Konzert von Edward Edgars bekanntestem Kammermusikwerk «Salut d’amour, op. 12» aus dem Jahr 1888. Behutsam spielte das Stadtorchester dieses Stück an, das Edgar kurz vor seiner Verlobung mit Alice Roberts als Antwort auf ihr Gedicht «Love’s Grace» komponiert hatte. Man konnte Edgars Frühlingsgefühle im Raum spüren, so zart gab das Orchester die Musik wieder.

Im zweiten Stück, «Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester, op. 33» von Peter Tschaikowski, stiess ein hochkarätiger Gast am Violoncello zum Stadtorchester dazu. Imke Frank spielte nicht nur schon auf den grossen Kammermusikbühnen dieser Welt, sie ist auch künstlerische Leiterin des Musikpodiums Zürich und Professorin am Landeskonservatorium in Feldkirch. Es war schlichtweg faszinierend, ihr beim Spielen zuzuschauen, schien sie dabei doch mit ihrem Violoncello zu verschmelzen. Sie interpretierte Tschaikowskis «Peter und Wolferl» mit einer Hingabe und einem Feingefühl, die ihresgleichen suchen.

Tschaikowski schrieb die Rokoko-Variationen als stilistische Hommage an Wolfgang Amadeus Mozart, den er ein Leben lang bewunderte. Das Stück handelt von der Sehnsucht nach einer anderen Gegenwart, den Klangwelten des 18. Jahrhunderts – der Schaffenszeit von Wolfgang Amadeus Mozart. Und in ebendiese Klangwelten entführte die Stadtmusik Schlieren die Zuschauer dann auch in ihrem dritten Stück, Mozarts «Sinfonie Nr. 25, g-Moll, KV 183».

Das österreichische Wunderkind schrieb dieses ausdrucksstarke und düstere Stück als Liebeserklärung an die ungezügelte Leidenschaft der Sturm-und-Drang-Bewegung. Wie viele Künstlergenies seiner Zeit wandte sich mit diesem kompromisslosen Stück auch Mozart gegen die vorherrschende Autorität und Tradition.

Das Stadtorchester Schlieren spielt am 2.Dezember in der reformierten Kirche Schlieren ein Konzert zum Thema «Zwischen Himmel und Hölle».