Dietikon

Streit um die Überlandstrasse: Beschwerden aus dem Limmat-Tower haben den Neubau verzögert

Rechtsabbiegen in die Limmatfeldstrasse wird ab September nicht mehr möglich sein. (Archivbild)

Der Neubau der Überlandstrasse hat sich verzögert. Der Zankapfel ist ein neues Abbiegeverbot.

Bis Ende 2020 soll die Überlandstrasse in Dietikon von zwei auf vier Spuren ausgebaut werden, dies im Bereich zwischen der Kreuzung Heimstrasse und der Grien-Insel. Das Vorhaben ist ein Teil des Limmattalbahn-Gesamtverkehrkonzepts. Im Februar teilte der Kanton mit, dass die Bauarbeiten Ende März beginnen sollten. Doch bisher war kein Presslufthammer zu hören. Und auch die erschwerte Durchfahrt, die das Tiefbauamt auf einer Tafel ankündigt, wurde noch nicht Tatsache, lässt man den so oder so üblichen Stau zur Hauptverkehrszeit beiseite.

Im baurechtlichen Hintergrund tat sich aber etwas. Von den 17 Einsprachen, die der Zürcher Regierungsrat im Februar abgewiesen hatte, wurden zwei weitergezogen. Zwar hat das kantonale Verwaltungsgericht noch nicht über die beiden Beschwerden geurteilt. Ein erster Zwischenentscheid liegt aber vor: Die Richter haben den Beschwerden die aufschiebende Wirkung entzogen. Das heisst: Die Bahn ist frei für die Baumaschinen.

Breitere Brücke bis September

Wie Thomas Maag, Sprecher der kantonalen Baudirektion, auf Anfrage bestätigt, laufen nun seit vergangenem Donnerstag die Vorbereitungsarbeiten – und zwar bei der Brücke über den Oberwasserkanal, der zurzeit wegen des Baus des neuen Limmat-Kraftwerks kein Wasser führt. Die Brücke wird bis September auf der nördlichen Seite erweitert. Im Rahmen dieser Arbeiten erhält sie auch einen durchgehenden Rad- und Gehweg. Diese Arbeiten werden den Verkehr auf der Überlandstrasse nicht beeinträchtigen, sie ist jederzeit zweispurig befahrbar. Fussgänger können allerdings den nördlichen Teil der Brücke sowie einen Teil des Kanalwegs nicht mehr benutzen.

So richtig zu spüren bekommen die Verkehrsteilnehmer die Bauarbeiten ab September. Dann wird die Strasse von Grund auf neu gebaut. Die Bauarbeiten erstrecken sich dann bis zur Kreuzung Heimstrasse beim Limmat-Tower.

Kanton ist gegen teuren Landkauf

Aus diesem Dietiker Wahrzeichen kommen die Beschwerden gegen das Projekt. Grund dafür ist das künftige Rechtsabbiegeverbot von der Überland- in die Limmatfeldstrasse (beim Areal der Limmat Bus AG). Fällt diese Abbiegemöglichkeit weg, müssen Bewohner des Limmat-Towers einen Umweg über die Heimstrasse und die Alfred-Comte-Strasse fahren, womit die Fahrt in die Tiefgarage länger dauert.

Aus Sicht des Kantons ist das Rechtsabbiegeverbot dringend nötig. Ein Rechtsabbieger auf der neuen Überlandstrasse würde deren Leistungsfähigkeit einschränken, was dem Limmattalbahn-Gesamtverkehrskonzept zuwiderläuft. Um dies zu verhindern, müsste die Strasse noch breiter gebaut werden. Dafür braucht es mehr Platz. Will heissen: Der Kanton müsste dafür noch mehr teures Land kaufen.

Meistgesehen

Artboard 1