Schlieren

Trotz Gegenwehr: Das Parlament sagt Ja zum 2,5-Millionen-Franken-Hort beim Schulhaus Hofacker

Aktuell verfügt Schlieren über 340 Hortplätze. Was nach viel klingt, wird in naher Zukunft wohl nicht mehr ausreichen, da in die Neubau-Gebiete zahlreiche Familien ziehen werden.

Aktuell verfügt Schlieren über 340 Hortplätze. Was nach viel klingt, wird in naher Zukunft wohl nicht mehr ausreichen, da in die Neubau-Gebiete zahlreiche Familien ziehen werden.

Ab Anfang 2021 erhält Schlieren 44 zusätzliche Hortplätze beim Schulhaus Hofacker. An seiner Sitzung am vergangenen Montag segnete das Gemeindeparlament den beantragten 2,5-Millionen-Kredit einstimmig ab.

Auf besonderes Interesse stiess das Votum von Marc Folini (GLP). Er berichtete, dass sich Schülerinnen und Schüler des Hofacker gegen den Doppelhort-Neubau wehrten, da dieser eine beträchtliche Fläche des ihnen zur Verfügung stehenden Hartplatzes verbaue. «Sie malten Plakate und legten sich gegen das Projekt ins Zeug. Es ist schön zu sehen, dass sich die Kinder für ein Anliegen einsetzen. Schön wäre es, wenn man eine gemeinsame Lösung finden könnte», so Folini.

Finanz- und Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (parteilos) bestätigte die Aktivitäten der Kinder und sagte, man suche derzeit einen ­Kompromiss. «Wir sind bereit ein Stück der Wiese abzugeben und zu einem Hartplatz zu ­machen, damit die Kinder ­wieder mehr solche Fläche zur Verfügung haben», sagte sie. Die Details müsse man aber noch anschauen.

Es handelt sich um ein Master-Projekt

Dass der Kredit einstimmig angenommen wurde, zeigt, wie dringend neue Hortplätze benötigt werden. Aktuell verfügt Schlieren über 340 Hortplätze. Was nach viel klingt, wird in naher Zukunft wohl nicht mehr ausreichen, da in die Neubau-Gebiete zahlreiche Familien ziehen werden.

Das Projekt sieht vor, dass der Hort in einem zweistöckigen Rundbau westlich des Sportplatzes untergebracht wird. Über eine Aussentreppe soll man ins erste Geschoss und aufs Dach gelangen. Das Gebäude soll mit Holz aus dem Schlieremer Wald erstellt werden.

Die Kosten sollen sich aufteilen

Neben den 2,1 Millionen Franken, die das Gebäude kostet, entfallen 150'000 Franken auf die Baunebenkosten. Mit rund 200'000 Franken wird die Möblierung zu Buche schlagen und die Umgebungs- und Vorbereitungsarbeiten sollen zusammen rund 45'000 Franken kosten.

Der Sprecher der Rechnungsprüfungskommission (RPK), Hans-Ulrich Etter (SVP), sagte, dass dem Gremium die Kosten für das Projekt anfänglich sehr hoch erschienen. 

Zudem habe die Gemeinde keinen Spielraum mehr, da sie gesetzlich dazu verpflichtet sei, das Hort-Angebot zur Verfügung zu stellen. Auch sei der Bedarf nachgewiesen mit den zahlreichen Familien, die bald neu in die Stadt ziehen werden. Daher empfahlen die Rechnungsprüfungskommission dem Parlament einstimmig die Annahme des Kredits.

Die SP-Fraktion sei froh ­darum, dass die Stadt auf den gestiegenen Bedarf in ­Sachen familienergänzender Betreuung reagiert, sagte ­Kushtrim Aziri. «Umso mehr freuen wir uns darüber, dass möglichst wenig Land bebaut wird», sagte er.

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