Zürich

Urkundenfälschung und Geldwäscherei: Zahl der Betrugsfälle bei Corona-Krediten steigt

Betrüger versuchen Kapital aus der Corona-Pandemie zu schlagen. Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt in 50 Fällen wegen mutmasslichem Covid-19-Kreditbetrug. (Symbolbild)

Betrüger versuchen Kapital aus der Corona-Pandemie zu schlagen. Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt in 50 Fällen wegen mutmasslichem Covid-19-Kreditbetrug. (Symbolbild)

Die unbürokratische Kreditvergabe im Zuge der Coronakrise lockt zunehmend auch Kriminelle an. Im Kanton Zürich sind bereits 50 Strafverfahren hängig. Es geht um Betrug, Urkundenfälschung und in einigen Fällen auch um Geldwäscherei.

Allein seit Mitte Juni seien zwei Dutzend neue Untersuchungen eröffnet worden, bestätigte die Medienstelle der Kantonspolizei auf Anfrage Informationen der «Neuen Zürcher Zeitung» und des «Tages-Anzeigers» vom Freitag.

Die Schadensumme habe sich ebenfalls fast verdoppelt, sagte Andrea Jug-Höhener, Chefin der Abteilung Wirtschaftskriminalität bei der Kantonspolizei Zürich, gegenüber der NZZ. Sie betrage nun rund 9,7 Millionen Franken.

Rund ein Dutzend Vorermittlungen zu Verdachtsfällen seien zudem bei der Kantonspolizei pendent. Es seien Fälle mit dringendem Tatverdacht, bei denen klar davon auszugehen sei, dass sie missbräuchlich seien. Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt gemeinsam mit der Kantonspolizei. Abgeschlossen ist noch keine der Untersuchungen.

Es handle sich keineswegs um ein kleines Problem, so Jug-Höhener weiter. Die Täter nutzten eine nationale Notlage aus, um sich zu bereichern. Sie missbrauchten eine unbürokratische Soforthilfe. Dieses Verhalten gehöre strafrechtlich mit aller Härte verfolgt.

Seit dem Start des Hilfspakets des Bundes haben Unternehmen im Kanton Zürich Kredite in der Höhe von mehr als 2,6 Milliarden Franken erhalten. Über 22'000 Kredite wurden gesprochen.

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