Winterthur

Veterinäramt bremst Beat Breu: Deshalb findet die Zirkuspremiere nun ohne Tiere statt

Der Ex-Radprofi Beat Breu verwirklichte sich seinen Traum vom eigenen Zirkus.

Der Ex-Radprofi Beat Breu verwirklichte sich seinen Traum vom eigenen Zirkus.

Keine Pferde, Ponys und Kamele: Radsportlegende Beat Breu muss kurzfristig drei Nummern ersetzen.

Was sich letzte Woche bereits abgezeichnet hat, ist für Beat Breu zur Gewissheit geworden: Das Zürcher Veterinäramt hat dem Ex-Radprofi und Neo-Zirkusunternehmer untersagt, für seine Premiere heute Montag in Winterthur Pferde, Ponys und Kamele aus Österreich einzuführen. Das bestätigt Kantonstierärztin Regula Vogel auf Anfrage. Ein Entscheid sei ergangen. Die einstweilige Einfuhrsperre stehe im Zusammenhang mit Fällen von Rindertuberkulose in Vorarlberg. Detaillierte Angaben zum Fall will das Veterinäramt nicht machen; das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen.

Breu hofft, die Tiere an einem der nächsten Spielorte zeigen zu können. Ab dem 16. August soll sein Zirkus im schaffhausischen Herblingen gastieren, dann in Dietikon und Zurzach. Ob die Verantwortung für die Bewilligung auch nach dem Wechsel in einen Nachbarkanton beim Veterinäramt des Kantons Zürich bleibt, lässt die Kantonstierärztin offen. Das komme auf die Umstände an.

Breu bedauert, dass er bei der Premiere auf die Tiere verzichten muss. Insgesamt fielen drei Nummern weg, die aber ersetzt würden. «Wir haben die eine oder andere Nummer, die wir jetzt noch einbauen.»

An der Programmlänge werde sich nichts ändern. Die Tiere sind laut Breu noch in Vorarlberg untergebracht. Dort war auch ihre letzte Spielstätte, und zwar mit dem Classic Circus Berlin der deutschen Zirkusfamilie Lauenburger, die noch im Juni in Feldkirch, gleich hinter der Schweizer Grenze aufgetreten ist.

Diverse Anhänger und Zugfahrzeuge des Classic Circus Berlin sowie dessen Zelt stehen derzeit in Winterthur auf dem Teuchelweiherplatz. Fast durchgängig ist das Material frisch übermalt und mit Beat Breu angeschrieben. Auf Fragen nach den Besitzverhältnissen und den Modalitäten der Zusammenarbeit reagiert der Zirkusdirektor ungehalten. Das gehe niemanden etwas an. «Wir sind einfach da und spielen am Montag. Basta.» (mcl)

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