Wer seiner Pfefferminz- oder Pfingstrosenstaude überdrüssig ist, kann diese entsorgen oder aber anderen eine Freude bereiten. Beispielsweise an der Pflanzentauschbörse, die diesen Samstag im Zeughaushof im Zürcher Kreis 4 stattfindet. Parallel dazu findet der gleiche Anlass in Dübendorf statt. Organisiert werden die Märkte vom Verein Bioterra Zürich und Umgebung. Jener im Zeughaushof wird vom Verein Labyrinthplatz Zürich unterstützt.

Was mit zwei Markständen begonnen hat, ist über die Jahre zu einem umfangreichen Markt mit über zehn Pflanzenanbietern sowie Verpflegungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten mutiert. «Er ist zu einem kleinen Fest geworden«, sagt Lisbeth Hofstetter, Mitorganisatorin des Biopflanzenmarktes. «Bei uns treffen sich Hobbygärtner, tauschen sich über Pflanzen aus und entdecken dabei immer wieder etwas Neues», so Hofstetter.

Aus dem eigenen Garten

Wie sich zeigt, eignen sich sehr viele Pflanzenarten für die Tauschbörse. Neben Pfingstrosen, Rittersporn oder anderen Staudengewächsen bieten sich sich auch Pflanzen wie Nacht- oder Königskerzen, Primeln oder selbst gezogene Setzlinge für den Tausch an. Natürlich wäre es einfacher, Pflanzen, für die der Platz im Garten zu knapp wird, zu kompostieren, aber laut Hofstetter geht es beim Pflanzentausch um etwas anderes – nämlich «um Pflanzenliebe», wie sie sagt. «Es geht um die Freude, dass die Primeli, die man zu viel hat, bei jemand anderem im Garten weiterblühen können.» Mit dem Tauschangebot würden Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner neuen Platz in Beeten und Töpfen schaffen. «Einige Gartenliebhaber züchten aber auch extra während des Jahres Pflanzen für den Tausch heran», so Hofstetter.

Der Wert des Tausches würden die Hobbygärtner und Standbetreiber dann untereinander ausmachen oder wie Hofstetter sagt: «Mit gesundem Menschenverstand funktioniert es gut.» Ob es sich bei den zum Tausch angebotenen Pflanzen immer um Biogewächse handelt, sei schwierig zu überprüfen: «Wichtig ist, dass die Pflanzen aus einem Hausgarten stammen und vom Besitzer gut gepflegt wurden. Das Knospenlabel ist dabei tatsächlich sekundär», sagt die Mitorganisatorin des Pflanzenmarktes.

Auch wer nichts zum Tauschen bringt, wird am Biopflanzenmarkt fündig. Verschiedene Gärtnereien bieten eine Auswahl an Tee- und Heilpflanzen, Kräutern, Gemüsesetzlingen, Blumenstauden, Gräsern, Beerensträucher sowie Rosen zum Kauf an. Wer Platz für ein Wildbienenhaus im Garten hat oder noch Zubehör für den Balkongarten benötigt, wird auf dem Zeughaushof am Samstag laut Hofstetter ebenso etwas aufstöbern.