Limmattal

Zu wenig Stimmen: der Bezirk hat keine Vertretung in Bern

Sonja Gehrig (GLP) rückt sechs Listenplätze nach oben. Josef Wiederkehr (CVP) schafft es nur auf den dritten Platz.

Sonja Gehrig (GLP) rückt sechs Listenplätze nach oben. Josef Wiederkehr (CVP) schafft es nur auf den dritten Platz.

Trotz guter Chancen holte Josef Wiederkehr (CVP) zu wenig Stimmen. Sonja Gehrig (GLP) kämpfte sich sechs Listenplätze nach oben.

Auch der zigste Anlauf brachte kein Glück. Josef Wiederkehr (CVP) schafft den Einzug in den Nationalrat nicht – und das, obwohl er dieses Ziel bereits seit 24 Jahren vor Augen hat. Der aussichtsreichste Kandidat aus dem Limmattal kann die Zürcher Wählerinnen und Wähler nicht überzeugen. Er landet mit 20'525 Stimmen auf dem zweiten Ersatzplatz. Die CVP verliert im Kanton Zürich einen Sitz und darf nur einen Kandidaten nach Bern schicken. Das ist der bisherige Nationalrat Philipp Kutter (CVP). Er wurde mit 29'107 Stimmen gewählt. Auch das Rennen um den ersten Ersatzplatz verliert Wiederkehr. Nicole Barandun-Gross (CVP) holt ihn sich mit einem knappen Vorsprung von 504 Stimmen.

Der Dietiker Kantonsrat zeigt sich enttäuscht über das Resultat. «Wenn so viele Helferinnen und Helfer monatelang arbeiten und man am Schluss das Ziel nicht erreicht, tut das natürlich weh», sagt Wiederkehr. Es sei schon ein Pech, wenn die Partei im Kanton zulege, dann aber aufgrund unvorteilhafter Listenverbindungen einen Sitz verliere. Wiederkehrs Fazit: «Die Wahlen sind halt oft unberechenbar.» Auch wenn es nun nicht nach Bern reicht, freut er sich, dass er wenigstens im eigenen Bezirk vorne liegt. «Die Solidarität im Limmattal ist schön. Ich habe doppelt so viele Stimmen erhalten wie der amtierende Nationalrat Philipp Kutter.»

Frühzeitiger Austritt aus dem Kantonsrat

Wiederkehrs Scheitern bedeutet auch, dass das Limmattal nach dem Rücktritt von Nationalrat Hans Egloff (SVP, Aesch) nicht mehr in der grossen Kammer vertreten sein wird. «Es ist schade, dass ich mich in Bern nicht für die Anliegen des Limmattals einsetzen kann», sagt Wiederkehr. Er hätte sich vor allem dem Bereich Infrastruktur angenommen und versucht, Projekte wie die S-Bahnstation Silbern voranzutreiben. Nach dieser Niederlage ist Wiederkehr sicher: «Das ist vorerst das letzte Mal, dass ich für den Nationalrat kandidiert habe.»

Und auch den Kantonsrat will er vor dem aktuellen Legislaturende verlassen. «Ich habe 15 Jahre lang im Kantonsrat politisiert, 7 Jahre sass ich im Dietiker Gemeinderat. Es ist Zeit, anderen Platz zu machen.» In Janine Vannaz (CVP, Aesch) sehe er eine gute Kandidatin, die seine Aufgaben im Kantonsrat gerne und auch gut übernehmen könne. Er freue sich, wenn er seiner Familie, seinem Bauunternehmen und seinen Mitarbeitern wieder mehr Zeit widmen könne.

Auch für Kantonsrätin Sonja Gehrig (GLP) geht es nicht nach Bern. Die Urdorferin schafft es mit 50 944 Stimmen auf den zweiten Ersatzplatz. Gehrig wertet dies als Erfolg. Sie kämpft sich vom Listenplatz 14 auf Platz 8. «Ich setze mich mit viel Herzblut für Dinge ein, die mir wichtig sind. Und das kommt bei den Wählerinnen und Wählern offenbar gut an», sagt Gehrig. Sie engagiere sich mit den Grünliberalen seit Jahrzehnten konsequent für ökologische Anliegen, jedoch mit der und nicht gegen die Wirtschaft. Dies werde sie im Kantonsrat weiterhin tun.

Noch grösser ist Gehrigs Freude über den Erfolg der Partei im Kanton Zürich. Die GLP gewinnt drei Sitze dazu und hat neu sechs Sitze im Nationalrat inne. «Wir haben mit vier Sitzen gerechnet und auf fünf Sitze gehofft. Dass es nun sogar sechs geworden sind, ist fulminant und ein überdeutliches Zeichen, dass die Wählerinnen und Wähler noch mehr zukunfts- und lösungsorientierte Politik wie die der GLP wünschen.»

Dass das Limmattal keine Vertretung im Nationalrat mehr hat, findet Gehrig schade. «Wie auch vielen anderen, ist es mir wichtig, dass der Bezirk in Bern vertreten ist. Aber am wichtigsten ist mir, dass die zukunftsrelevanten, ökologischen Themen endlich noch mehr in Bern ankommen.»

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