Arbeitsmarkt
Stipendien für Weiterbildungen: Zürich will Arbeitsmarktfähigkeit garantieren

Immer mehr Erwerbstätige sind vom Stellenabbau auf dem Arbeitsmarkt betroffen - auch Personen mit besserer Qualifikation. Das will die Stadt Zürich künftig mit Stipendien für Weiterbildungen und Umschulungen ändern.

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Weiterbildungen und Umschulungen sollen Erwerbstätige auf neue, zusätzliche oder andere Aufgaben vorbereiten können. (Symbolbild)

Weiterbildungen und Umschulungen sollen Erwerbstätige auf neue, zusätzliche oder andere Aufgaben vorbereiten können. (Symbolbild)

Gaetan Bally

Um in der sich wandelnden Arbeitswelt bestehen zu können, sind oft Weiterbildungen und Umschulungen nötig: Wer sich dies nicht leisten kann, soll neu bei der Stadt Zürich Stipendien beantragen können.

Denn Erwerbstätige sollen nicht aus finanziellen Überlegungen auf Weiterbildungen verzichten, die ihnen nützten könnten, schreibt der Zürcher Stadtrat in einer Mitteilung vom Freitag.

Anders als bei den klassischen Ausbildungsstipendien, welche nur die Sicherung des sozialen Existenzminimums garantieren, sollen mit den neuen städtischen Arbeitsmarktstipendien auch Personen über dem Existenzminimum unterstützt werden.

Beiträge sollen Gefährdete am Arbeitsmarkt unterstützen

«Die neuen Stipendienbeiträge sollen vor allem jenen Erwerbstätigen zugutekommen, die durch die Entwicklungen am Arbeitsmarkt am stärksten gefährdet sind», schreibt der Stadtrat.

Er verweist darauf, dass gerade Stellen mit eher repetitiven Tätigkeiten abgebaut werden und neue Arbeitsplätze geschaffen werden, die zusätzliche, andere oder neue Fähigkeiten benötigen.

Hoher Bedarf an Umschulungen und Weiterbildungen

Von dieser Entwicklung seien neben Niedrigqualifizierten zunehmend auch Personen mit mittlerem Qualifikationsgrad betroffen. «Es ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf an Umschulung und Weiterbildung.»

Die Unterstützten sollen sich geeignete Kompetenzen aneignen, um eine bestehende Arbeitslosigkeit beenden zu können oder um dauerhaft im Arbeitsmarkt verbleiben zu können. Welche Weiterbildung im Einzelfall sinnvoll und nötig sei, wird gemäss Mitteilung durch das Laufbahnzentrum der Stadt Zürich geprüft.

Weiterbildung muss Arbeitsmarktnutzen erfüllen

Die Stadt will mit ihren neuen Stipendien unter gewissen Bedingungen für die direkten Bildungskosten sowie einen allfälligen Erwerbsausfalls aufkommen, wenn das Arbeitspensum für die Weiterbildung zwingend reduziert werden muss.

Beitragsberechtigt sind dabei Personen ab 25 Jahren, die seit mindestens zwei Jahren in der Stadt leben und bereits mehr als fünf Jahre im Berufsleben stehen. Der letzte Ausbildungsabschluss muss im Weiteren mindestens zwei Jahre zurückliegen.

Schliesslich muss die Weiterbildung «einen nachweisbaren Arbeitsmarktnutzen haben» und die antragstellende Person diese nicht aus eigenen Mitteln finanzieren können. (sda)

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