Zürich

«Carlos» muss wieder vors Gericht – dieses Mal wegen Körperverletzung und Drohung

Der als «Carlos» bekannt gewordene junge Straftäter muss erneut vor Gericht: Die Zürcher Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen rund 30 Vorfällen in Gefängnissen an. Wann der Prozess in Dielsdorf stattfindet, ist noch unklar.

Dem heute 23-Jährigen wird vorgeworfen, in verschiedenen Gefängnissen zahlreiche Gefängnisangestellte, Polizisten und Mitinsassen geschädigt zu haben. Er wird sich unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und Sachbeschädigung verantworten müssen.

Der Sachschaden, den «Carlos» anrichtete, beläuft sich auf rund 40'000 Franken. Das beantragte Strafmass will die Staatsanwaltschaft erst später bekannt geben, wie sie am Mittwoch mitteilte.

Tumult in der Pöschwies

In einen Tumult im Sommer 2017 in der Strafanstalt Pöschwies ZH waren insgesamt sieben Aufseher involviert. Einer musste zur Kontrolle ins Universitätsspital Zürich gebracht werden. Diese Strafanstalt in Regensdorf liegt im Bezirk Dielsdorf, weshalb der Prozess dort stattfindet.

In der Pöschwies sass "Carlos", weil er im März 2017 wegen versuchter schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Er hatte 2016 einen flüchtigen Bekannten beim Aussteigen aus dem Tram niedergeschlagen. Dieser brach sich den Kiefer.

"Carlos" war durch einen SRF-Dokumentarfilm im Sommer 2013 landesweit bekannt geworden. Nach der Ausstrahlung entflammte eine hitzige Diskussion über Sinn und Kosten der Behandlung junger Straftäter. Besonders zu reden gab sein "Sondersetting" mit Thaibox-Training.

Der Fall "Carlos" war mit ein Grund, weshalb der grüne Zürcher Regierungsrat und Justizdirektor Martin Graf im Frühling 2015 abgewählt wurde.

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