Für Züri
Auf die Zürcher Kasernenwiese soll 2023 eine Pop-up-Badi kommen

Unter dem Motto «Für Züri» hat die Stadt einen Wettbewerb für Projekte durchgeführt, die mit dem Jubiläumsgeschenk der Zürcher Kantonalbank finanziert werden. Zu den 51 Siegerprojekten gehört auch eine Badi auf dem Kasernenareal.

Matthias Scharrer
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Kasernenbadi, von Bob Klenk für 2023 als Pop-up-Badi auf dem Kasernenareal in Zürich geplant.

Kasernenbadi, von Bob Klenk für 2023 als Pop-up-Badi auf dem Kasernenareal in Zürich geplant.

Visualisierung Zvg

Das Projekt «Kasernenbadi» hat der Zürcher Szenograf und Designer Bob Klenk zusammen mit dem Urbanisten Marc Muggli entworfen. Aus abgesägten Schiffscontainern wollen sie auf der Kasernenwiese nahe beim Hauptbahnhof eine Pop-up-Badi bauen. Dies als Zwischennutzung, ehe die bislang von der Kantonspolizei belegte Kaserne ihrer künftigen Bestimmung zugeführt wird, unter anderem als Zentrum für Erwachsenenbildung. Zuvor soll im Sommer 2023 auf dem Kasernenareal geplanscht werden können.

«Wir sind extrem zuversichtlich, dass es klappt und gehen jetzt mit Vollgas an die Umsetzung», sagte Klenk, kurz nachdem der Stadtrat am Mittwoch vor den Medien bekannt gegeben hatte, das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs «Für Züri» mit 250'000 Franken zu unterstützen.

Klenk und Muggli kennen das Kasernenareal gut: Vor rund einem Jahr waren sie in Planungsarbeiten des Kantons für dessen künftige Nutzung involviert. Bewilligungstechnisch sei das Projekt «Kasernenbadi» wohl nicht ganz einfach, räumte Klenk im Gespräch ein. Doch bis Sommer 2023 hält er es für machbar. Ergänzt würde die provisorische Badi im Stadtkreis 4 mit einem Kiosk mit regionaler Küche, wie es im Projektbeschrieb heisst.

5,4 Millionen von der ZKB gehen an die 51 Siegerprojekte

Den Wettbewerb «Für Züri» hatte der Stadtrat aufgrund des 150-Jahr-Jubiläums der Zürcher Kantonalbank (ZKB) ausgeschrieben. Die ZKB hatte anlässlich ihres Jubiläums im Jahr 2020 den Gemeinden im Kanton Zürich eine Jubiläumsdividende ausgeschüttet. Die Stadt Zürich erhielt davon 13,6 Millionen Franken.

Sichtbarstes Jubiläumsprojekt der ZKB hätte unabhängig davon eine Seilbahn über den Zürichsee werden sollen. Doch diese kam aufgrund von Einsprachen nicht zu Stande.

Von den 13,6 Millionen, die die Stadt Zürich aus der Jubiläumsdividende bekam, gehen nun laut einem Gemeinderatsbeschluss 5,4 Millionen an die 51 Siegerprojekte des Wettbewerbs «Für Züri». Laut Wettbewerbsvorgabe müssen sie Kindern und Jugendlichen oder der Umwelt zugutekommen und bis 2023 realisiert werden. Die restlichen ZKB-Jubiläumsmillionen investiert die Stadt hauptsächlich in Projekte für Armutsbetroffene.

Zu den nun im Wettbewerb «Für Züri» ausgewählten Projekten zählen nebst der Kasernenbadi unter anderem auch folgende:

  • Vue Belle: ein biodiverser Zwillingsplatz für das Zürcher Bellevue. Während das Bellevue ein mit Asphalt versiegelter Verkehrsknotenpunkt ist, soll Vue Belle eine gleich grosse und gleich geformte, aber grün bepflanzte Fläche für Biodiversität werden. Geplant ist sie auf einer Parzelle von Grün Stadt Zürich auf dem Hönggerberg. Das Projekt stammt vom Verein Bee'n'Bee und wird mit 250'000 Franken unterstützt.
  • Pump Track Kreis 9: Der Stadtkreis 9, der aus den Stadtteilen Altstetten und Albisrieden besteht, soll eine Pump-Track-Anlage für Velos, Trottinetts, Skateboards und Inlineskates erhalten, die der Öffentlichkeit gratis zur Verfügung steht. Das städtische Sportamt werde bei der Standortsuche behilflich sein, sagte Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) vor den Medien. Ein Verein als Trägerschaft sei noch zu gründen; 100'000 Franken aus dem «Für Züri»-Wettbewerb sind zugesagt.
  • Züri Sampler: Geplant ist ein Album mit Musik von Zürcher Jugendlichen, ergänzt mit Videos. Dahinter steht der Verein offene Jugendarbeit. Und es stehen jetzt aus dem Wettbewerb  26'300 Franken zur Verfügung.

Von den insgesamt 51 Projekten, die nun Geld erhalten, zählen 32 zur Wettbewerbskategorie «Umwelt und Klima» und 19 zu «Kinder und Jugendliche», wie Zürichs Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) an der Medienkonferenz ausführte.

Die Projektbeiträge reichen von 10'000 bis 250'000 Franken. Insgesamt fliessen 3,4 Millionen Franken an «Umwelt und Klima»-Projekte und 1,9 Millionen an «Kinder und Jugendliche»-Projekte.

Stadtrat Daniel Leupi (Grüne).

Stadtrat Daniel Leupi (Grüne).

Valentin Hehli
«Ich bin begeistert, vor allem darüber, dass die Möglichkeit für die Jugend besteht, kreativ zu sein und etwas für die Zukunft zu machen»,

sagte Leupi. Gerade in der entbehrungsreichen Coronazeit sei dies ein Lichtblick. Leutenegger betonte, man wolle nun aber nicht einfach Geld verteilen: «Wir haben von allen Wettbewerbsteilnehmern auch substanzielle Eigenleistungen eingefordert.»

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