Zürich
Grüne fordern eine Flugabwehrkanone vor dem Zürcher Kunsthaus

Der Stadtrat von Zürich soll vor dem geplanten Erweiterungsbau des Kunsthauses eine Flugabwehrkanone aufstellen. Als Teil einer Skulptur soll diese Kanone eine öffentliche Diskussion über Emil Georg Bührle in Gang setzen, dessen Sammlung im Neubau ausgestellt wird, wie zwei grüne Zürcher Gemeinderäte in einem Postulat schreiben.

Drucken
Teilen
Vor dem Kunsthaus soll gemäss der Forderung der Grünen bald eine Flugabwehrkanone stehen. (Symbolbild)

Vor dem Kunsthaus soll gemäss der Forderung der Grünen bald eine Flugabwehrkanone stehen. (Symbolbild)

Keystone

"Die Stadt Zürich hat sich recht wenig mit der Person des Stiftungsgründers auseinandergesetzt", schreiben Markus Knauss und Gabi Kisker in ihrem Postulat.

Damit sich das ändert, regen die beiden Gemeinderäte eine Installation oder eine Skulptur vor dem Neubau an: Es soll eine 20-Millimeter-Flugabwehrkanone der "Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon, Bührle & Co." aufgestellt werden.

Denn Bührle habe den Grundstock seines Vermögens in den dreissiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts "als Waffenhändler und Waffenproduzent" gelegt.

Diese Kanone, die beispielsweise "rote Farbe als Symbol für das in kriegerischen Auseinandersetzungen vergossene Blut auf die Fassade des Kunsthauses verschiesst, könnte eine fruchtbare Diskussion über das Vermögen von Bührle auslösen", glauben die Postulanten.

Die Sammlung von Emil Georg Bührle, der von 1890 bis 1956 lebte, gilt als eine der wichtigsten Kunstsammlungen des 20. Jahrhunderts. Sie soll als Dauerleihgabe integral im Kunsthaus ausgestellt werden.

Durch die geplante Verbindung der Sammlungen des Kunsthauses und der E. G. Bührle-Stiftung wird in Zürich nach Paris das bedeutendste europäische Zentrum für französischen Impressionismus entstehen, wie es in der Abstimmungszeitung zur Kunsthauserweiterung hiess.

Der Erweiterungsbau des Architektenteams von David Chipperfield soll 2020 fertiggestellt sein.

Aktuelle Nachrichten