Kanton Zürich
Nach Eklat: Wird die SP künftig von einem Co-Präsidium geführt?

Die SP Kanton Zürich soll künftig von einem Co-Präsidium geführt werden. Für die Nachfolge des zurückgetretenen Daniel Frei schlägt die Findungskommission Nationalrätin Priska Seiler Graf und Kantonsrat Andreas Daurù vor. Die definitive Entscheidung fällt am ausserordentlichen Parteitag vom 22. Mai.

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Nationalrätin Priska Seiler Graf und Kantonsrat Andreas Daurù sollen die Nachfolge des zurückgetretenen Daniel Frei antreten. (Bild: Pascale Bruderer, Ständerätin AG (links) spricht an der Seite von Christian Levrat, Ständerat FR, Präsident der SP Schweiz)

Nationalrätin Priska Seiler Graf und Kantonsrat Andreas Daurù sollen die Nachfolge des zurückgetretenen Daniel Frei antreten. (Bild: Pascale Bruderer, Ständerätin AG (links) spricht an der Seite von Christian Levrat, Ständerat FR, Präsident der SP Schweiz)

ANTHONY ANEX

Seiler Graf und Daurù seien ein erfahrenes, engagiertes und hervorragend vernetztes Duo, schreibt die Findungskommission in einer Mitteilung vom Montag.

Gemäss Kommission vereinen die beiden nicht nur grosse politische Erfahrung auf sich, sondern geniessen auch breiten Rückhalt in der Partei. Sie seien "hoch motiviert, als Präsidium den erfolgreichen Kurs der Kantonalpartei weiterzuführen und weiterzuentwickeln - gemeinsam mit der Geschäftsleitung, dem Sekretariat, den Bezirksparteien, den Sektionen und vor allem auch den zahlreichen aktiven Mitgliedern".

Die 48-jährige Seiler Graf bringt langjährige Legislativ- und Exekutiverfahrung auf allen politischen Ebenen mit. Ihre politische Laufbahn startete sie vor knapp 20 Jahren im Gemeindeparlament von Kloten, wo sie von 2001-2003 die SP-Fraktion präsidierte und bis Ende 2004 Gemeinderatspräsidentin war.

2005 rutschte sie in den Kantonsrat nach, wo sie sich als Verkehrs- und Umweltpolitikerin hervortat - nicht zuletzt in Sachen Flughafen und Fluglärm. 2010 wurde sie Stadträtin und Sicherheitsvorsteherin der Stadt Kloten. Diesem Themenfeld blieb sie auch nach ihrer Wahl in den Nationalrat 2015 treu, wo sie in der sicherheitspolitischen Kommission politisiert.

Auch der 37-jährige Daurù bringt jahrelange Erfahrung auf Gemeinde- und Kantonsebene sowie als aktiver Gewerkschafter mit. 2005 wurde er in den Gemeinderat von Winterthur gewählt, 2012 wechselte er in den Kantonsrat.

In beiden Parlamenten machte er sich einen Namen als Gesundheitspolitiker. Als Präsident des VPOD Zürich Kanton ist er überdies auch in der Gewerkschaftsbewegung stark verankert.

Ende Februar übernahm er zusammen mit Andrea Arezina das Co-Präsidium ad interim der SP Kanton Zürich und stellt sich nun gemeinsam mit Seiler Graf zur Wahl als ordentliches Co-Präsidium.

Mitglieder der Findungskommission

Sowohl Seiler Graf als auch Daurù waren selber Mitglied der Findungskommission. Als eine Kandidatur für das Parteipräsidium spruchreif wurde, legten beide dieses Amt nieder. Das Präsidium der Kommission übernahm Markus Späth.

Der eher um Ausgleich bemühte Frei trat im Februar nach viereinhalb Jahren wegen eines Konflikts um Regierungsrat Mario Fehr und Differenzen in der Geschäftsleitung zurück.

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