Neues Festival
Bald schwimmen Open-Air-Konzerte auf dem Zürichsee

Konzerte auf einer schwimmenden Bühne vor sieben Häfen rund um den Zürichsee: Das verspricht eine neue Open-Air-Reihe. Noch ist offen, welche Coronaschutzkonzepte dabei gelten.

Matthias Scharrer
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So soll die bald auf dem Zürichsee schwimmende Bühne aussehen.

So soll die bald auf dem Zürichsee schwimmende Bühne aussehen.

Visualisierung: zvg

Corona macht erfinderisch: Erstmals finden diesen Sommer auf dem Zürichsee Open-Air-Konzerte auf einer schwimmenden Bühne statt, die rund um den See reist. Damit der Festivalsommer nicht total ins Wasser falle, finde er dieses Jahr auf dem Wasser statt, schreiben die Veranstalter in einer Medienmitteilung vom Mittwoch. Hauptsponsor der geplanten Sunrise Skylights Zürisee Sessions ist der Mobilfunk-Anbieter Sunrise, der bereits letztes Jahr mit einem Drive-in-Open-Air für Aufsehen sorgte.

Konkret ist vorgesehen, dass die schwimmende Bühne vom 19. bis 29. August vor den Häfen von Wädenswil, Küsnacht, Rüschlikon, Meilen, Stäfa, Rapperswil-Jona (SG) und Lachen (SZ) Station macht. Das Publikum verfolgt die Konzerte vom Festland der Hafenanlagen aus – mit Kopfhörern. Auf dem Programm stehen Schweizer Acts wie Seven, Anna Rossinelli, James Gruntz und Dodo. Als Vorgruppen treten jeweils lokale Bands auf.

«So ein Festival gab es noch nie»

Veranstalter und einer der geistigen Väter der neuen Konzertreihe ist Fabian Villiger von der Rapperswiler Event-Agentur Red Spark. «So ein Konzept gab es noch nie in der Schweiz», sagt Villiger. «Ein Festival, das in drei Kantonen und sieben Gemeinden stattfindet!»

Schwimmende Konzerte sind an sich nichts Neues, doch in der nun geplanten Form durchaus eine Premiere. In Basel geht Sommer für Sommer das Festival «Im Fluss» im Rhein vor Anker – allerdings stationär. Und auf dem Zürichsee tingelt seit über zwei Jahrzehnten Federico Pfaffens schwimmende «Herzbaracke» mit Kulturprogramm von Hafen zu Hafen – allerdings mit Indoor-Veranstaltungen und viel kleiner als die nun geplante Open-Air-Reihe. Aktuell hat die Herzbaracke pandemiebedingt keine Veranstaltungen auf dem Programm.

Die Bühne ist 25 Meter vom Land entfernt

Die neuen Sunrise Skylights Zürisee Sessions finden auf einem zwölf mal zwölf Meter grossen Floss statt, wie es in der Medienmitteilung heisst. Die Bühne sei neun mal sechs Meter gross. Der Abstand zum Seeufer beträgt laut Villiger 25 Meter. Zumindest der Abstand vom Publikum zu den Bands ist damit mehr als coronakonform. Das Budget der Sessions beläuft sich gemäss Villiger auf rund 700'000 Franken und ist komplett privat finanziert, wie es bei Sunrise auf Anfrage heisst.

Trotz Abstand und Kopfhörern: Ganz geräuschlos werden die Konzerte für die Anwohnerinnen und Anwohner nicht sein. Denn auf der Bühne gibt zumeist das Schlagzeug die Grundlautstärke vor. Dennoch zeigt sich Villiger zuversichtlich: «Ich glaube nicht, dass es Widerstand gibt.» Die Zusammenarbeit mit den Behörden sei sehr positiv. «Man merkt, wie sehr sich alle auf den Event freuen.» Die Bewilligungen lägen vor und müssten nur noch der im August aktuellen Coronasituation angepasst werden.

Noch ist offen, welche Pandemie-Schutzkonzepte im August einzuhalten sind. Die Konzerte sind für 350 bis 700 Besucherinnen und Besucher geplant. Diese können, wenn dies dann noch behördlich vorgegeben ist, laut Villiger einzelnen Sektoren zugewiesen werden. Die Tickets kosten zwischen 50 und 60 Franken.

Stattfinden soll das Festival laut Medienmitteilung bei fast jedem Wetter. Nur bei starkem Wind oder Sturm könnten einzelne Konzerte abgeblasen werden. Sollte die Pandemie oder zu viel Wind die Konzerte doch noch verunmöglichen, würde das Geld für im Vorverkauf erworbene Tickets zurückerstattet, schreiben die Veranstalter.

Sunrise Skylights Zürisee Sessions, jeweils 19.30–22.30 Uhr: Do, 19. August, Küsnacht: Seven, Jane in Flames. Fr, 20. August, Rüschlikon: Anna Rossinelli, Tobias Jensen. Sa, 21. August, Meilen: Luca Hänni, Anna Känzig und Tobey Lucas. So, 22. August, Meilen: James Gruntz, Goldschatz. Do, 26. August, Wädenswil: Dodo, Count Daisy. Fr, 27. August, Stäfa: Adrian Stern, Dom Sweden. Sa, 28. August, Rapperswil-Jona: Dabu Fantastic, Aaron. So, 29. August, Lachen: 77 Bombay Street, Red Bandana.

Weitere Open-Airs im Raum Zürich

Das Zürich Open-Air findet pandemiebedingt dieses Jahr in einer verkleinerten Version mit maximal 10'000 Gästen statt, zudem verteilt auf zwei Wochenenden: am 20./21. August sowie am 26.–28. August. Austragungsort ist wie üblich das Areal nahe beim Flughafen in Rümlang. Das Programm wollen die Veranstalter demnächst bekannt geben.

Auch die Winterthurer Musikfestwochen finden statt, ebenfalls mit einer verkleinerten Ausgabe vom 11. bis 22. August. Als Standorte dienen diesmal drei Parks mit vom Stadtrat bewilligten Kapazitäten von 1500 Gästen (Rychenbergpark, Büelpark) und 300 bis 500 Gästen (Viehmarkt). Wer auftritt, ist noch offen.

Die Veranstalter der Konzertreihe Unique-Moments im Landesmuseum-Hof kündigen für September dreimal Patent Ochsner und einmal Lo & Leduc an, gefolgt von Hecht am 1. Oktober.

Und: Es wird auch 2021 ein Zürcher Theater Spektakel geben, und zwar vom 19. August bis zum 5. September – mit Vorstellungen in der Werft, der Roten Fabrik sowie in zwei Spielstätten auf der Landiwiese, wie die Veranstalter schreiben.

Ansonsten ist das Angebot spärlich: Das Stolze Open-Air, Zürichs grösstes Gratis-Open-Air, läuft am 12. Juni lediglich virtuell als Radio-Picknick auf dem Sender GDS.FM. Auch das Pride-Festival am 19. Juni wird online gestreamt.

Die Street Parade, das Caliente-Festival und diverse kleinere Open-Airs sind abgesagt.

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