Ständeratswahlen
Rita Fuhrers Herz brennt für Rickli

Die Zürcher alt SVP-Regierungsrätin Rita Fuhrer will nun doch nicht Ständerätin werden. Sie machte aber keinen Hehl daraus, wen sie sich als Kandidatin vorstellen könnte.

Thomas Münzel
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Rita Fuhrer ist Feuer und Flamme für Natalie Rickli

Rita Fuhrer ist Feuer und Flamme für Natalie Rickli

Keystone

Rita Fuhrer wäre die Wunschkandidatin der Zürcher SVP für die Ständeratswahlen 2015 gewesen. Doch gestern hat sie nun die Parteileitung überraschend wissen lassen, dass sie nicht zur Verfügung stehe.

«Das Amt an sich ist natürlich schon reizvoll», sagte sie auf Anfrage. «Doch ich will mein jetziges schönes Leben mit meinen Enkelkindern und einigen interessanten Mandaten nicht mehr gegen ein politisches Amt eintauschen.»

Die SVP reagierte gestern mit «grossem Respekt und Verständnis» auf die Nicht-Kandidatur von Fuhrer. Man werde nun eine Findungskommission einsetzen, «welche einen oder mehrere Vorschläge zu Handen des Kantonalvorstands unterbreiten wird», sagte SVP-Kantonalpräsident Alfred Heer.

«Es geht jetzt vor allem darum, jene Person zu finden, welcherdie besten Wahlchancen eingeräumt werden.» Dass dieses Kriterium zuoberst steht, kommt nicht von ungefähr. Denn bei früheren Ständeratswahlen im Kanton Zürich hatten selbst die SVP-Kandidaten Christoph Blocher und Ueli Maurer nicht reüssiert.

Nur eine hat Chancen

Die Ausgangslage ist für die SVP allerdings so oder so nicht ganz einfach. Denn nach der Rücktrittsankündigung des amtierenden FDP-Ständerates Felix Gutz-willer – und bei einem allfälligen Wiederantritt von GLP-Ständerätin Verena Diener erst recht – käme es ohnehin zu einem äusserst harten Konkurrenz- und Wahlkampf.

Vor diesem Hintergrund werden derzeit nur noch einer Person aus den Reihen der SVP reelle Wahlchancen eingeräumt: Natalie Rickli. Die Nationalrätin aus Winterthur, die gestern ihren 38. Geburtstag feierte und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, wurde bei den Wahlen 2011 mit dem besten Resultat aller Kandidierenden der SVP im Amt bestätigt.

«So wie es jetzt aussieht, und ohne der Findungskommission vorgreifen zu wollen, hätte Natalie Rickli vermutlich die besten Wahlchancen», meinte SVP-Präsident Heer. «Sie bringt zudem ein etwas anderes Profil mit als die vielen älteren Herren im Ständerat.»

Auch die bisher als Kronfavortin gehandelte Rita Fuhrer reicht die Krone gerne an Rickli weiter. «Ich wäre Feuer und Flamme, wenn Natalie Rickli kandidieren würde», sagt die frühere Zürcher Regierungsrätin.

Zwar erklärte auch sie, dass sie der Findungskommission nicht vorgreifen wolle und dass es noch weitere «gute und valable Kandidaten» gebe, aus ihrer persönlichen Präferenz machte sie dennoch keinen Hehl. «Natalie Rickli wäre sehr geeignet», sagte Fuhrer, die 2011 als Co-Präsidentin des Komitees «Natalie Rickli wieder in den Nationalrat» agierte.

Rutz, Matter & Co.

Regelmässig genannt werden im Zusammenhang mit der Ständeratswahl neben Rickli die SVP-Nationalräte Gregor Rutz, Thomas Matter, Hans Egloff und Alfred Heer. Einige von ihnen waren gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Kantonalpräsident Heer glaubt, dass andere «bessere Wahlchancen haben» als er.
Bei der FDP steht derzeit Ruedi Noser, bei der SP Daniel Jositsch und bei den Grünen Bastien Girod für eine Kandidatur im Vordergrund.

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