Jubiläum

Route festgelegt: Die ZKB-Seilbahn über den Zürichsee wird konkreter

Auf beiden Seeuferseiten sollen zwei 75 Meter hohe Masten ungefähr 50 Meter in den See hinein gebaut werden. (Visualisierung)

Auf beiden Seeuferseiten sollen zwei 75 Meter hohe Masten ungefähr 50 Meter in den See hinein gebaut werden. (Visualisierung)

Nun ist bekannt, wo die Stationen für die Züri-Bahn gebaut werden sollen. Auch die Standorte der Masten für die Gondelbahn über den Zürichsee wurden mittlerweile festgelegt.

Die Züri-Bahn ist ein Jubiläumsprojekt der Zürcher Kantonalbank (ZKB), die 2020 ihr 150-jähriges Bestehen feiert. Gestern teilte die ZKB nun mit, wo genau die Stationen und Masten für die Gondelbahn gebaut werden sollen. Ab Juni 2020 soll die Züri-Bahn für fünf Jahre ihren Betrieb aufnehmen.

Die Station auf der rechten Seeuferseite wird am südöstlichen Rand der Blatterwiese in der Nähe des Chinagartens geplant. Am linken Seeufer soll die Station im südlichen Bereich des Strandbads Mythenquai angrenzend zur Landiwiese gebaut werden. Die beiden rund 75 Meter hohen Masten der Gondelbahn werden sich je ungefähr 50 Meter vom Seeufer entfernt befinden (siehe Karte). «Die Bestvariante besticht mit Blick auf die Stationen durch Vorteile wie einem minimalen Eingriff in die Parkanlagen sowie durch eine geringe Beeinträchtigung derer Nutzung», sagt Dominique Friedli, Co-Leiter 150 Jahre Zürcher Kantonalbank. Zudem biete der Rückbau der Stationen nach dem temporären Bahn-Betrieb Potenzial für eine städtebauliche Aufwertung.

Die Züri-Bahn verkehrt auf einer 1.3 Kilometer langen Strecke über den See.

Die Züri-Bahn verkehrt auf einer 1.3 Kilometer langen Strecke über den See.

Die ZKB hat mit Experten von Bund, Kanton und Stadt Zürich in den vergangenen Monaten zahlreiche mögliche Varianten geprüft. Das jetzt gewählte Konzept gewährleiste eine optimale Platzierung aus städtebaulicher Sicht. Die Bauwerke würden sich gut in das Landschafts- und Ortsbild einfügen.

Ufervegetation schützen

Die Auswirkungen auf das Ortsbild waren aber nicht das einzig wichtige Kriterium. Für die Masten müssen etliche weitere Bedingungen erfüllt werden. «Für die Masten der Züri-Bahn haben zahlreiche Experten mittels Szenarien und Seegrunduntersuchungen eine Vielzahl von Standorten im Wasser, Uferbereich und auf dem Land untersucht», sagt Friedli. Die günstigsten Bedingungen für die Positionen der Masten seien nun unter Berücksichtigung des Natur- und Heimatschutzgesetzes gefunden worden. Insbesondere die gesetzlich streng geschützte Ufervegetation werde nicht beeinträchtigt.

Als die ZKB das Vorhaben im vergangenen Juli ankündigte, gab es auch ablehnende Reaktionen. Kritisiert wurden vor allem der Eingriff in das Landschaftsbild sowie der zu erwartende zusätzliche Verkehr in den Quartieren, wo die Stationen zu stehen kommen. «Wir sind mit rund 15 Interessenorganisationen und Quartiervereinen in einem stetigen Dialog», sagt Friedli. In diesem Jahr seien zudem Informationsveranstaltungen für die Quartierbewohner vorgesehen.

Im Herbst dieses Jahres will die ZKB das Plangenehmigungsverfahren beim Bundesamt für Verkehr einleiten. «Wir rechnen damit, dass wir im Sommer 2019 Klarheit bezüglich der definitiven Bewilligung haben und anschliessend mit dem Bau der Züri-Bahn starten können», sagt Friedli. Sollte es zu Verzögerungen kommen, werde man situativ über das weitere Vorgehen entscheiden.

Landschaftsschutz kritisiert Idee

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) äusserte gestern in einer Mitteilung Kritik an den Plänen der ZKB. Die Bahn drohe den einzigartigen Blick über den Zürichsee in Richtung Berge zu verstellen. Zudem hege die SL grösste Zweifel, dass die Bahn nach fünf Jahren wieder zurückgebaut werde.

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