Die Zürcher Kantonsräte waren sich gestern einig. Das Theater Kanton Zürich liefert gute Arbeit ab und soll finanziell noch stärker unterstützt werden. Das Volkstheater spricht verschiedene Bevölkerungsschichten an. Und es sorgt dafür, dass mit fünf bis sieben Neuproduktionen und rund 150 Vorstellungen pro Jahr auch auf dem Land professionelle Theaterkunst geboten wird. Mehr Geld verlangt die seit 1971 bestehende Wanderbühne für drei zentrale Anliegen:

Arbeit an Schulen: Die Theaterleitung ist überzeugt, dass in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen viel Potenzial steckt. Dazu brauche sie aber dringend die Unterstützung einer theaterpädagogischen Fachkraft, die bei Produktionen mitwirkt und zugleich den Kontakt zu den Schulen pflegt.

Höhere Löhne: Die Löhne der 26 Festangestellten und die Gagen der 25 freien Mitarbeitenden – auswärtige Theaterschaffende, Aushilfen und befristete Angestellte – sollen erhöht werden. Sie seien alles andere als marktgerecht, findet die Führung der Genossenschaft Theater Kanton Zürich.

Neue Finanzierung: Trotz der steigenden Zuschauerzahlen haben in den letzten Jahren mehr als 30 Gemeinden die Mitgliedschaft gekündigt, heute sind es noch 92. Mit einem neuen Finanzierungsmodell will der Theatervorstand vor allem mittlere und grössere Gemeinden entlasten und letztlich wieder zurückgewinnen. Neu sollen die Beiträge nicht mehr pro Einwohner erhoben werden, sondern mit einer nach Gemeindegrösse abgestuften Pauschale. Durch die Umstellung rechnet das Theater nämlich mit Mindereinnahmen von rund 180'000 Franken.

Streit um Subventionshöhe

Für diese Investitionen und Anpassungen möchte die Theaterleitung eine Erhöhung der jährlichen Subventionen um 500'000 Franken. Die Mehrheit im Parlament befand jedoch, dass 300'000 Franken mehr pro Jahr genügten. Eine Aufstockung des Rahmenkredits von bisher 12 Millionen Franken auf neu 13,8 Millionen Franken für die nächsten sechs Spielzeiten reichten, so lautet die Meinung von SVP, FDP, CVP, BDP, EVP, GLP und EDU.

Eine Minderheit aus SP, Grünen und AL wollte den Rahmenkredit gemäss der Forderung des Theaters auf neu 15 Millionen Franken erhöhen. Mit nur 51 Stimmen unterlagen die linken Parteien aber deutlich. Stossend fanden insbesondere linke Politiker, dass der Zürcher Regierungsrat gleichzeitig die Beiträge an die Fachstelle für Kultur um 300'000 Franken kürzt. Dies, um die Mehrausgaben für das Volkstheater zu kompensieren. Unverständlich und unnötig sei dieses Vorgehen auch deshalb, so Moritz Spillmann (SP, Ottenbach), weil diese 300'000 Franken jeweils aus dem Lotteriefonds entnommen würden – und damit die Staatsrechnung gar nicht tangierten.

Eva-Maria Würth (SP, Zürich) doppelte nach: «Nun bleibt dieses Geld einfach im übervollen Lotteriefonds-Kässeli liegen.» Der Fachstelle für Kultur entgehen damit Subventionen, mit denen sie viele freie Kulturschaffende unterstützt. Andrew Katumba (SP, Zürich) ärgerte diese Umverteilung derart, dass er als einziger seiner Fraktion gegen die Erhöhung des Rahmenkredits für das Theater Kanton Zürich stimmte.

Einstimmig hat der Kantonsrat gestern noch weitere Gelder für das Theater Kanton Zürich bewilligt (siehe Box): Mit 900'000 Franken aus dem Lotteriefonds kann das Theater mit Sitz in Winterthur in die eigene Infrastruktur und Bühnentechnik investieren.