Ladenöffnungszeiten
Unia geht gegen Sonntagsverkauf am Zürcher Hardplatz vor

Dass der neue Avec-Laden unter der Hardbrücke trotz fehlender SBB-Anbindung auch an Sonn- und Feiertagen öffnen darf, will die Gewerkschaft nicht akzeptieren.

Sophie Rüesch
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Der Hardplatz hat ein neues Café unter der Hardbrücke.

Der Hardplatz hat ein neues Café unter der Hardbrücke.

Matthias Scharrer

Der neue Avec-Laden am umgebauten Hardplatz darf auch an Sonn- und Feiertagen öffnen, obwohl er nicht an einen SBB-Bahnhof angebunden ist, wie kürzlich bekannt wurde. Dies, weil der Zürcher Stadtrat die Bestimmungen für Geschäfte an Plätzen mit grossem Personenaufkommen gelockert hat.

So können neu an Anfangs- und Endstationen sowie Knotenpunkten von Tram und Bus erweiterte Öffnungszeiten geltend gemacht werden, sofern diese durchschnittlich von täglich 15 000 Personen frequentiert werden und die Geschäftsfläche 200 Quadratmeter nicht übersteigt. Eine zusätzliche Bewilligung ist bei Erfüllung dieser Kriterien nicht nötig. Der Avec-Laden gilt deshalb als Präzedenzfall, der weitere Begehrlichkeiten bei Geschäften an ähnlichen Lagen wecken dürfte.

Die Gewerkschaft Unia, die den Stadtrat dafür schon bei Bekanntwerden kritisiert hatte, wird nun aktiv. Sie hat letzte Woche eine beschwerdefähige Verfügung angefordert, um juristisch gegen den Entscheid vorzugehen, teilte sie gestern mit. Damit will sie «einer weiteren unnötigen Deregulierung auf dem Buckel der Angestellten den Riegel schieben». Dem regulären Verkaufspersonal sollen «noch längere, strengere und familieninkompatiblere Schichten» erspart bleiben. Denn entgegen gängiger Behauptungen seien es mitnichten vor allem die Studentenjobs, die bei erweiterten Arbeitszeiten zum Zuge kämen.

«Bei aller Liebe für den Hardplatz», so die Unia, sei es an den Haaren herbeigezogen, diesen als für den Sonntagsverkauf zulässigen Standort zu definieren. Der Stadtrat habe leichtfertig gehandelt.