Gewerkschaft

Unia rechtfertigt 40'000 Franken für Roman Burger: «Das ist keine Luxuslösung»

Roman Burger muss die Unia verlassen.

Roman Burger muss die Unia verlassen.

Weil die Gewerkschaft Unia Roman Burger nach dessen sexueller Belästigung nicht kündigen konnte, prüft die Organisation eine Lockerung des Kündigungsschutzes.

"Bei sexueller Belästigung verlangen wir Null-Toleranz, gleichzeitig ermöglichen wir eine ordentliche Kündigung erst nach einer Ermahnung und einer Verwarnung. Da besteht offensichtlich ein Widerspruch", sagt Unia-Präsidentin Vania Alleva im Interview mit der SonntagsZeitung.

"Wir sind daran, das aus rechtlicher Sicht zu überprüfen", sagt sie weiter. Dass sich der zurückgetretene Leiter der Sektion Zürich-Schaffhausen nach seinem Abgang für 40'000 Franken weiterbilden darf, verteidigt Alleva: "Herr Burger hat sich inakzeptabel verhalten und muss dafür die Konsequenzen tragen. Das heisst nicht, dass er alle seine Rechte verliert und wir unsere Verantwortung als Arbeitgeber nicht wahrnehmen müssen."

Burger bekomme keine Abgangsentschädigung, sondern nur den Lohn während der gesetzlichen Kündigungsfrist und eine Kostenübernahme für Umschulungsmassnahmen mit einem klaren Kostendach – "Das ist keine Luxuslösung."

Als Chefin von über 1000 Mitarbeitenden spürt auch Alleva Sexismus im Alltag: “Wenn in einem Artikel über mich erörtert wird, ob ich moderne Hosen trage oder nicht – ich weiss nicht, ob man das bei einem Mann auch machen würde.” Manche Männer würden ihre Führungsstärken – “zuhören können, respektvoller Umgang, Verbindlichkeit” – als Schwäche bewerten: “Das ist eine subtile Form von Machismus, die ich zu spüren bekomme.”

Die Gewerkschaft lässt überdies die Vorwürfe überprüfen, dass die sogenannte “Pink Sheeting”-Praxis angewendet worden sei: “Wir lassen unsere Kommunikation und sämtliche aufgetauchten Vorwürfe im ganzen Fall abklären, inklusive Vorwürfe rund um den Umgang mit privaten Informationen von Mitarbeitenden in der Region Zürich-Schaffhausen.”

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