Medienkolumne
Der Inhalt ist das Image

SRF kündet neue Serien und sogar eine neue Unterhaltungssendung an. Das ist zwar eher altbacken, dafür aber handfest.

Christian Mensch
Christian Mensch
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Sicht auf das SRF Studio an der Schwarztorstrasse in Bern.

Sicht auf das SRF Studio an der Schwarztorstrasse in Bern.

Keystone

Der öffentlich-rechtliche Sender SRF hat ein Imagepro­blem und durchaus ein selbst verschuldetes. Schliesslich war in den vergangenen Monaten vor allem von Sendungen die Rede, die aus Spargründen nicht mehr fortgeführt werden. Und wenn die Direktorin Nathalie Wappler vom digitalen Wandel und von den neuen Inhalten auf Social-Media-Kanälen schwärmte, verstand das Publikum bloss Bahnhof.

Da Politiker auch bloss einfache Fernsehzuschauer und Radiohörer sind, ist absehbar gewesen, dass diese Empfangsstörung ihr Legiferieren beeinträchtigen wird. Als Folge davon haben diese Woche die Nationalräte beschlossen: Was SRF online aufbereiten darf, ist künftig noch enger formuliert, der Handlungsspielraum noch kleiner gezeichnet. Die Massnahme nützt zwar nicht den Wettbewerbern und bloss der Psychohygiene der Parlamentarier, doch schadet sie auch wenig.

Eine gewisse Lehre scheint SRF jedoch gezogen zu haben, wenn die aktuelle Kommunikation dazu einen Nennwert darstellt: Plötzlich ist wieder die Rede vom Programm und von neuen Inhalten. Zwei neue Serien werden produziert; mit «Tschugger» ein Krimi-Komödien-Format, mit «Neumatt» eine Bauern-Heimat-Herzschmerz-Produktion. Mit «Stadt Land Talent» feiert am Sonntagabenden sogar eine Unterhaltungskiste mit Cervelat-Prominenz Auferstehung.

Es ist dies zwar traditionelles, lineares Fernsehen. Altbacken eigentlich. Aber fassbar und letztlich: imagefördernd.

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