Salzkorn
«Squid Game» von Netflix: In poppige Farben getauchte Morde

Muss man das schauen, obwohl man nicht möchte? Was man als Eltern schon wieder alles falsch macht.

Odilia Hiller
Drucken
Teilen

Illustration: Corinne Bromundt

Die Netflix-Serie «Squid Game», bei der Zartbesaiteten schon von der blutigen Vorschau schlecht wird, schlägt alle Rekorde. Sie ist überall: Im Zug ertappt man in einem Waggon ein halbes Dutzend einander fremde Personen, welche sich die in poppige Farben getauchten Morde über das Handy reinziehen.

Setzt man sich kurz auf dem Balkon an die Herbstsonne, schlendern unten auf dem Trottoir bestimmt Teenager vorbei, die sich zurufen: «Häsch scho gluegt?! Voll krass, eyyy.»

In dieser Zeitung ist zu lesen, Eltern sollten die Serie gemeinsam mit ihren Heranwachsenden anschauen. Damit man sie nachher fragen könne: «Wie denkst du darüber?». Aber ja nicht: «Warum schaust du das nur?»

Voll schlechten Gewissens denkt man an die Vorwoche, als die Tochter einen aufforderte, das südkoreanische Horrorgame-Spektakel mit ihr anzuschauen. Die Antwort war, so fällt es einem wie Schuppen von den Augen, gleich doppelt und dreifach falsch. Sie lautete: «Nur über meine Leiche gucke ich so einen Chabis.»

Aktuelle Nachrichten