Kommentar
Für Youtube hat die WHO immer recht - warum das ein Problem ist

Die Videoplattform schliesst Coronaskeptiker aus. Doch Fake News schafft man nicht aus der Welt, indem man sie löscht, sondern indem man dagegen argumentiert.

Raffael Schupisser
Raffael Schupisser
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Youtube ändert nun den Umgang mit Fake-News auf ihrem Videoportal.

Youtube ändert nun den Umgang mit Fake-News auf ihrem Videoportal.

Keystone

Die Weltgesundheitsorganisation hat immer recht. Das zumindest gilt für die Sicherheit, Zusammensetzung und Effizienz der von ihr zugelassenen Impfstoffe. Wer das anders sieht, darf das auf Youtube nicht mehr sagen. Sonst werden die Videos gelöscht und der Kanal gesperrt.

Mit diesen Massnahmen reagiert die Google-Tochter auf die grassierenden Falschmeldungen von Coronaskeptikern auf dem Videoportal. Das ist einerseits löblich. Das Portal zeigt damit, dass es bereit ist, gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und sein Handeln nicht nur dem Profit unterordnet. Denn Verschwörungstheorien sind ein Problem im Kampf gegen die Pandemie und sie verbreiten sich besonders schnell auf den sozialen Medien, sie sind also gut fürs Geschäft.

Andererseits macht sich Youtube die Sache mit der Löschaktion auch zu einfach. Falschmeldungen schafft man nicht aus der Welt, indem man sie ausradiert, sondern indem man dagegen argumentiert. Und Fakten sind nicht einfach wahr, sondern ändern sich durch neue Erkenntnisse. Besser wäre es deshalb, wenn Youtube bei Fake News darauf hinweisen würde, dass Tatsachen ignoriert werden und die Videos mit Beiträgen kontextualisierte, die Aufklärung bieten. Solange man im Diskurs mit Coronaleugner steht, hat man eine Chance, dass sie ihre Meinung revidieren. Wenn sie auf andere Portale abwandern, die keine Richtlinien kennen, sind sie verloren.

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