Apropos
Danke für nichts, Olivier Giroud!

Fabian Hock
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Olivier Giroud.

Olivier Giroud.

KEYSTONE/AP/MATT DUNHAM

Vor einiger Zeit regte ich mich an dieser Stelle furchtbar darüber auf, dass Fussballschuhe heute bloss noch in Kanarienvogelgelb und Neongrün zu haben sind. Hätte ich damals nur geahnt, dass das erst der Anfang gewesen ist. Es kommt nämlich noch schlimmer.

Dazumal entschied ich mich ganz bewusst für das hässlichste Paar im Laden. «Mercurial Vapor X», so der Name. «Augenverstimmung in Gelb und Braun» hätte besser gepasst. Alles in allem ein Top-Schuh! Man darf halt nur nicht hinschauen. Der neuerliche Kickschuh-Kauf ging dann mit einer Erkenntnis einher: Grelle Farben allein ziehen als Verkaufsargument nicht mehr. Heute muss der Schuh jemandem gehören.

Früher trug nur einer seine eigenen Kickschuhe: der Kaiser, Franz Beckenbauer. Und womit? Mit Recht! Heute stehen die Latschen von Antoine Griezmann, Julian Weigel und ähnlich bekannten Kickern in der Auslage. Griezmanns Schuhe sind top – aber will ich die Treter von einem anziehen, der uns Deutsche vor zwei Jahren aus dem EM-Turnier schoss? Sicher nicht. Und Weigel? Der muss Plattfüsse haben.

Ich entschied mich für die Schuhe von Olivier Giroud. Ein Auslaufmodell, wie der Franzose selbst. Der Kauf scheint indes nicht folgenlos zu bleiben: Seit Wochen ist selbst das leere Tor wie vernagelt.

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