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Das Diktat des Adventskalenders: Deshalb ist der Heilige Abend am 24. Dezember

Frau Lüscher findet, dass die Weihnachtsfeiertage zu früh angesetzt sind. Jörg Meier erklärt ihr, warum das nicht anders geht.

Jörg Meier
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Der Heilige Abend muss am 24. Dezember sein – so will es der Adventskalender. (Symbolbild)

Der Heilige Abend muss am 24. Dezember sein – so will es der Adventskalender. (Symbolbild)

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Frau Lüscher hat wieder angerufen. Weihnachten sei einfach zu früh, klagte sie. «Es ist doch jedes Jahr das Gleiche: Die allerbesten Geschenkideen hat man am Nachmittag des 24. Dezembers – leider zu spät. Etwa zum gleichen Zeitpunkt wird einem auch klar, welches Weihnachtsmenü das ideale gewesen wäre – leider zu spät.

Und exakt am 24. Dezember weiss ich, welche Dekoration gepasst hätte – leider zu spät», sinnierte Frau Lüscher. Dazu komme erst noch der gewaltige Zeitdruck: Alles Wesentliche müsse bis am Abend des 24. fertig sein. Und das schaffe bekanntlich nicht nur gute Stimmung.

Das zeige doch klar: Weihnachten sei eindeutig zu früh. «Wäre das Fest zwei oder drei Tage später, dann hätten wir all diese Probleme nicht», sagte Frau Lüscher. Zum Beispiel wäre doch der 27. Dezember ideal, schlug sie vor. Dann hätte man zusammen mit Silvester/Neujahr ein kompaktes und friedliches Festpaket.

Ich musste Frau Lüscher schon wieder enttäuschen. Der Heilige Abend am 24. Dezember sei unverrückbar, sagte ich. «Schuld ist die Adventskalenderlobby. Denn die hat glaubhaft behauptet, mehr als 24 Türchen hätten auf einem Adventskalender gar nicht Platz», erklärte ich Frau Lüscher.

Das sei wissenschaftlich erwiesen. Deshalb sei der 24. Dezember das einzig richtige Datum. Wenn das so sei, müsse man das wohl akzeptieren, sagte Frau Lüscher. Aber die Situation bleibe unbefriedigend.

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