Apropos
Die milchmüden Schweizer

Andreas Möckli
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Auf Schweizer Wiesen grasen immer weniger Milchkühe. (Archivbild)

Auf Schweizer Wiesen grasen immer weniger Milchkühe. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/UWE LEIN

Die Kuhmilch hat es hierzulande schwer. Tranken die Schweizer 1950 noch 233 Kilogramm Milch pro Kopf, waren es 2017 nur noch 57 Kilogramm, schrieb die «SonntagsZeitung». Die Milch-Aversion gewisser Eltern führe dazu, dass die Kinder mangelernährt seien, schildert das Blatt verschiedene Fälle. Mit ein Grund für den rückläufigen Konsum seien neue Ernährungsgewohnheiten wie etwa der Veganismus. Der Umstand, dass Veganer im Artikel mit ihren Argumenten kaum vorkamen, brachte den Autoren umgehend den Vorwurf ein, im Solde der Milch-Lobby zu stehen. Obwohl die Milchproduzenten jährlich 20 Millionen ins Marketing investieren, wollen wir uns diesem Vorwurf nicht anschliessen.

Vielleicht müsste die Milch-Lobby aber bei ihren Werbemassnahmen über die Bücher. Mit der geplanten Kampagne rund um das Bild glücklicher Kühe auf der grünen Wiese scheint es nicht getan, um die Milch-Skeptiker von ihren Zweifeln abzubringen. Und statt Milchbars an Open Airs oder dem Tag der Pausenmilch an Schulen wäre die Industrie wohl besser beraten, vor allem die Eltern ins Visier zu nehmen. Wie wäre es mit Milch-Degustationen in Supermärkten oder einem Volkshochschul-Kurs über die vermeintlichen Mythen, das weisse Getränk sei ungesund oder mache dick. Vielleicht liessen sich so sogar Subventionen vom Bund lockermachen.

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