Meiereien
Mit Blick zum Himmel: Kennen Sie die neuste Verschwörungstheorie?

Dass wir unser Bargeld dauernd umtauschen müssen, hat seine Gründe. Nicht die, die Sie glauben.

Jörg Meier
Jörg Meier
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Der Witz geht so: Eine Frau und ein Mann sitzen draussen. Sie liest Meldungen auf ihrem Handy. Er schaut einem Flugzeug nach. Sie: «Hast du gewusst: Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung glaubt an Verschwörungsmythen!» Er: «Verrückt! Da sieht man wieder, was diese giftigen Kondensstreifen anrichten.»

Zugegeben, der Witz ist nicht besonders lustig. Er ist eher anstrengend, wenn man darüber nachdenkt. Weil er in sich geschlossen ist und einer eigenen Logik folgt. Wie Verschwörungstheorien. Wobei Verschwörungstheorien natürlich keine Witze sind und schon gar nicht lustig. Lächerlich wirken sie zwar oft, aber lustig ist anders.

Schon eher lustig war, wie wir Schweizerinnen und Schweizer blitzartig in die Banken gestürmt sind, um unsere Noten noch rechtzeitig umzutauschen. Die Eile war absolut überflüssig; aber wer will schon zu spät kommen? Das führte dazu, dass gelegentlich auch die neuen Banknoten umgetauscht wurden. Eine Schalterangestellte erzählte, wie sie, ohne eine Miene zu verziehen, eine aktuelle 50er-Note gegen fünf ebenso aktuelle 10er-Noten getauscht habe, sehr zur Zufriedenheit des Kunden.

Inzwischen ist der Austausch-Hype wieder abgeflacht. Aber es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es sich beim Notentausch um eine weltweit gesteuerte Aktion handelt: Man will uns das Bargeld verleiden; Bitcoins übernehmen die Geldherrschaft. Vorsicht ist angebracht. Kondensstreifen am Himmel werden häufiger.