Kommentar
Nachtreten ist feige und unsportlich

Nachdem die Ecopop-Initiative deutlich abgelehnt worden ist, melden sich nun die Jungen Grünen Aargau zu Wort. Sie fordern den Ausschluss von Ecopop-Geschäftsführer Andreas Thommen aus ihrer Mutterpartei.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Die Ecopop-Initiative wurde von der Schweizer Bevölkerung deutlich abgelehnt.

Die Ecopop-Initiative wurde von der Schweizer Bevölkerung deutlich abgelehnt.

Keystone

Vor der Ecopop-Abstimmung sind die Jungen Grünen Aargau nicht gross in Erscheinung getreten. Zwar gehörten sie dem linken Komitee gegen die Initiative an, eigene Aktionen lancierten sie aber nicht. Dass sie nun den Ausschluss von Ecopop-Geschäftsführer Andreas Thommen aus der grünen Partei fordern, überrascht deshalb. Und der Zeitpunkt der Forderung irritiert, begann doch Thommens Engagement für die Initiative schon vor Monaten.

Offensichtlich haben die Jungen Grünen mit ihrer Forderung absichtlich zugewartet, bis das Nein zu Ecopop feststand. So wollten sie wohl verhindern, dass Thommen bei unentschlossenen Stimmbürgern den Status eines Märtyrers erhält. Tatsächlich birgt die Ausschlussforderung einigen Zündstoff, ist Andreas Thommen als ehemaliger Co-Präsident doch ein prominenter Grüner. Ihn aus der Partei auszuschliessen, nur weil er bei Ecopop eine andere Meinung vertritt als die Mehrheit, hätte den Grünen sicher geschadet. Dies würde auch nicht zum Profil einer Partei passen, die auf basisdemokratische Diskussionen und Konsensentscheide setzt.

Deshalb ist die Forderung der Jungen Grünen unfair. Wer der Meinung ist, Thommens Position vertrage sich nicht mit den Grundwerten der Partei, darf nicht taktieren und zuwarten, bis kein Risiko mehr besteht. Spätestens die Mitgliederversammlung, in der Thommen für Ecopop warb, wäre die Gelegenheit für die Personaldiskussion gewesen. Doch den Jungen Grünen fehlte offenbar der Mut, den unliebsamen Parteikollegen offen anzugreifen. Nun tritt die Jungpartei gegen Andreas Thommen nach – das ist feige und unsportlich.