Grippe-Impfung
Widerstand ist zwecklos

Die Impfkampagne der Apotheken im Aargau war ein voller Erfolg. Die im Vorfeld geäusserten Bedenken der Ärzte haben sich nicht bewahrheitet. Ein Kommentar.

Urs Moser
Urs Moser
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Die Impfung gegen die Grippe ist eine der unkompliziertesten. (Symbolbild)

Die Impfung gegen die Grippe ist eine der unkompliziertesten. (Symbolbild)

Gegen 600 Leute liessen sich diesen Herbst im Aargau in einer Apotheke gegen Grippe impfen. Zehn Apotheken machten bei der erstmals durchgeführten Kampagne mit, für die jeweils auch ein Arzt gefunden werden musste, der die Impfungen verabreicht. Ein durchschlagender Erfolg ist das noch nicht, aber ein beachtlicher Anfang.

Vor allem, weil die Ärzteschaft die Idee anfänglich sehr skeptisch aufnahm und nun einer Fortführung im nächsten Jahr zumindest offener gegenüber steht, auch wenn Ärztepräsident Hans-Ulrich Iselin weiterhin (Sicherheits-)Bedenken ins Feld führt.

Diese Vorbehalte scheinen etwas konstruiert: Der Rahmen einer hausärztlichen Praxis eigne sich besser für Beratung und Impfung, bei Zwischenfällen wie einem anaphylaktischen Schock müssten ohne Verzug die gebotenen Gegenmassnahmen eingeleitet werden können. In Basel, wo die Aktion seit zehn Jahren durchgeführt wird, lassen sich jedes Jahr 4000 Menschen in Apotheken impfen und es ist noch nie etwas passiert.

Die Aktion macht auch Sinn. Damit wird ein Publikum erreicht, das immer häufiger gar keinen Hausarzt mehr hat. Und das Ziel, die Impfquote zu erhöhen, ist von keiner Seite umstritten. Deshalb ist zu wünschen, dass die Annäherung von Ärzten und Apotheken weitere Fortschritte macht. Die Ärzte verlieren nichts, wenn sie bei der Kampagne mitmachen. Im Gegenteil: Wenn sie sich zieren, wird das nur den Druck für eine liberalere Regelung erhöhen, die es Apothekern erlaubt, Routineimpfungen gleich selber durchzuführen.

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