Asylheim-Affäre
Die Selbstkritik kommt etwas spät

Benjamin Wieland
Benjamin Wieland
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Farideh Eghbali darf wieder im Asylheim arbeiten.

Farideh Eghbali darf wieder im Asylheim arbeiten.

bz

Peter Meier fasste es an der gestrigen Medienkonferenz passend zusammen. Der Leiter der externen Expertengruppe sagte, es sei eigentlich Wahnsinn, was sich in Reinach zugespielt habe: Ein Arbeitskonflikt, wie er auf Gemeindeverwaltungen häufig vorkomme, sei derart eskaliert, dass am Ende der Gemeindepräsident den Hut nimmt.

Die Steuerzahler wird das Debakel eine Stange Geld kosten. Alleine der Untersuchungsbericht verschlingt eine tiefe sechsstellige Summe. Einen Nutzen kann der Gemeinderat trotzdem ziehen aus dem aus den Fugen geratenen Konflikt: Dann, wenn er schonungslos und ehrlich sein Handeln analysiert. Die Lehren könnten helfen, künftige Auseinandersetzungen mit zerstörerischem Potenzial im Keim zu ersticken.

Umso schöner, was Melchior Buchs gestern verkündete: Farideh Eghbali darf ihre Arbeit im Asyl-Wohnheim wieder aufnehmen. Buchs entschuldigte sich bei ihr im Namen des Gremiums. Beide Seiten sind offensichtlich darum bemüht, das Kriegsbeil zu begraben. Hoffentlich gelingt der Neuanfang – es wäre allen Beteiligten zu gönnen.