Persönlich
Euro-Pannen

Benjamin Rosch
Benjamin Rosch
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Unser Autor über seine Flug-Erlebnisse nach Afrika und zurück. (Symbolbild)

Unser Autor über seine Flug-Erlebnisse nach Afrika und zurück. (Symbolbild)

Keystone

Als Kind hatte ich eine furchtbare Angst vor Afrika. Wahrscheinlich sind Kinderbücher schuld, Gerster oder Globi. Auf jeden Fall fuhr mir der Satz «Afrika bisse» ein. Afrika, das war wild, unkontrolliert, Chaos. Als ich mich kürzlich zu einer Reise an den Golf des schwarzen Kontinents aufmachte, kamen die unterbewussten Ängste wieder hoch.

Der Mix mit meiner Flugangst kochte meine Eingeweide am Morgen des Abflugs zu einem Ratatouille der unguten Vorahnung. Der erste Flug ging nach Paris, Europa, sicher. Unter meinen Füssen wäre stets Erde. Gut, und 10 000 Meter Luft dazwischen. Aber immerhin.

Doch der Flug wurde gecancellet, Vogel im Treibwerk auf dem Hinflug. Umweg über Frankfurt und Casablanca. Im ersten Flieger wurde ich durchgeschüttelt, der zweite hatte massiv Verspätung. Der Zwischenstopp in Casablanca war ebenfalls turbulent.

Die Zeit zum Umsteigen: exakt zehn Minuten. Da musste alles reibungslos laufen. Tat es auch (bis aufs Gepäck, ein Wermutstropfen). Bei der Ankunft um drei Uhr morgens in Kamerun dauerte die Gepäckübergabe gerade mal zehn Minuten.

Auf der Rückreise war ich erneut überrascht: Die Infrastruktur im Flughafen Douala würde hier das Prädikat katastrophal erhalten. Die Sicherheitschecks waren aber von einer angenehmen Gründlichkeit, wie sie der Euro-Airport nicht vermittelt.

Es mag am kontinuierlich eingenommenen Gin gelegen haben, doch: Auch der Flug nach Paris klappte reibungslos. Der Transfer von dort ins heimatliche Basel dann wiederum gar nicht: Pilotenstreik, Storno. Ginge es nach der Airline, ich sässe heute noch in Charles de Gaulle. Europa bisse.

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