Mein Leben im Dreiland
Monet, Roboter und zur französischen Fondation

Ein Kultur-Ausflug mit dem Velo über die Fondation Beyeler in Riehen zum Vitra Design Museum, wo es auch einen Schaumstoff-Spielplatz als Kunstprojekt gibt. Zum Abschluss über die Dreiländerbrücke nach Saint-Louis in die Fondation Fernet-Branca.

Peter Schenk
Peter Schenk
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Kulturausflug mit dem Velo ins Dreiland
4 Bilder
Monet und das Meer in der Fondation Beyeler.
Roboter-Ausstellung bei Vitra in Weil.
Ausstellung zu Spielplätzen in der Londoner Nachkriegszeit aus Schaumstoff.

Kulturausflug mit dem Velo ins Dreiland

Peter Schenk

An meinem freien Tag habe ich neulich eine trinationale Kultur-Velo-Tour gemacht. Sie führte mich zuerst nach Riehen in die Fondation Beyeler. Ich bin schon lange nicht mehr durch die Langen Erlen gefahren und habe begeistert den neuen Veloweg entdeckt, der seit Mai letzten Jahres auf einem knappen Kilometer parallel zur Wiesendammpromenade am Tierpark Lange Erlen vorbei führt.

Gerade mal eine halbe Stunde hat man so von Basel nach Riehen. Ich muss zugeben: Zur Fondation bin ich mehr aus Pflichtgefühl gefahren, weil ich ein derartiges Kunstereignis wie die grosse Monet-Ausstellung nicht verpassen wollte. Ich habe befürchtet, es geht mir wie bei Paul Gauguin: Weltberühmt, aber irgendwie alles schon gesehen – gäähn.

Ich habe mich gründlich getäuscht. Fünf oder sechs der 60 gezeigten Werke habe ich schon einmal gesehen. Alles andere war mir neu und hat mich oft tief berührt. Lassen wir Monet selbst zu Wort kommen: «Ich befinde mich in einer zauberhaften Gegend. Ich weiss gar nicht, wohin meinen Kopf wenden, alles ist grossartig...», schreibt er 1884. Das Zitat findet sich im Saal 4 und mir geht es so mit der Ausstellung. Ich weiss gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Am meisten begeistern mich die Bilder, die am Meer entstanden sind. Ich habe mich entschieden, mit Sicherheit noch einmal zu kommen und meinen kleinen Ausflug fortzusetzen.

Gerade mal zehn Minuten brauche ich, bis ich beim Vitra Design Museum in Weil ankomme. Hier erwartet mich ein Kontrastprogramm: «Hello, Robot – Design zwischen Mensch und Maschine» heisst die Ausstellung zum Thema Roboter. Fast länger hängengeblieben bin ich in der kleinen Galerie von Vitra neben dem Museum. Unter dem Titel «The brutalist playground»geht es um abstrakte Spielplatzarchitektur, die in vielen Londoner Nachkriegswohnsiedlungen zu finden war.

Grosse Fragmente von vier Spielplätzen «wurden im 1:1 Massstab nachgebaut und ermöglichen den Besuchern so, selbst in die surrealen Spiellandschaften der Nachkriegszeit einzutauchen», heisst es im Begleitheft. Beim Eingang muss man die Schuhe ausziehen. Die meisten Spielgeräte sind aus Schaumstoff und begehbar. Bei meinem Besuch sassen drei elf- bis dreizehnjährige Mädchen im Raum und hatten sich hier schon Stunden vergnügt.

Wer noch nicht genug hat, kann einen Besuch in der kleinen Fondation im nahen Frankreich machen. Über den Parkplatz bei Vitra kommt man unkompliziert an Bundesstrasse und Veloweg und über Weil Friedlingen und die Dreiländerbrücke nach Frankreich und weiter nach Saint-Louis. Die Idee, in einer alten Distellerie eine Kunsthalle einzurichten, entstand 2003. Ernst Beyeler selbst hatte dem damaligen Maire Jean Ueberschlag ans Herz gelegt, auf Qualität zu setzen und so ist die «Fondation Fernet-Branca» mit ihrem zenmässigen Charme für mich zu einer kleinen Fondation Beyeler geworden.

In fünf grossen Sälen sind dort derzeit meist grossformatige, eindrückliche Werke der Engländerin Rachel Lumsden zu sehen, die mich ein wenig an Peter Doig erinnert haben. Die anderen beiden Ausstellungen kann man sich schenken, aber das überlasse ich Ihnen.

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