Kommentar
Party, egal wo

Wenn Partymacher nach jedem Strohhalm greifen, wird es rasch eng – für sie.

Wolfgang Wagmann
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St. Ursen und das Palais Besenval im Abendlicht. (Archiv)

St. Ursen und das Palais Besenval im Abendlicht. (Archiv)

Wolfgang Wagmann

Party im Palais Besenval? Mit einigen 100 tanzwütigen Leuten bis gegen vier Uhr morgens? Das hatte den Inititanten der Seminarmeile vor gut zehn Jahren nicht vorgeschwebt.

Tagsüber Seminare, abends Bankette. Dazu sollten Einzelgäste im Restaurant kulinarisch hochstehend verwöhnt werden. Das jedoch war der Punkt, der im nur noch äusserlichen Barock-Palais nie funktionierte.

So beliebt das prominent an der Aare gelegene Gebäude in der warmen Jahreszeit auch besonders bei Hochzeitsgesellschaften sein mag – für ein ganzjährig erfolgreiches Restaurant im «overbeizten» Solothurn reicht und reichte es nicht.

Deshalb also jetzt Party. Was prompt erste Opposition auf den Plan ruft: überall – nur nicht dort, im Palais Besenval.

Solothurn und die Party, die Partymacher. Vor 20 Jahren feierte man in der ausgesegneten St. Josefskirche an der Baselstrasse. Was sehr schnell «der dür tue» wurde.

Dann in der Kulturgarage. Abgestellt. Im «Eleven» an der Fabrikstrasse. Vor gut zwei Jahren beendet. Seither versuchen die damaligen Eventveranstalter, inzwischen auf verschiedenen Gleisen, ihr Party-People an sich zu binden. Das Problem ist nur, wo.

X Standorte, darunter auch optimal gelegene, kamen aus unterschiedlichsten Gründen nie infrage. Jetzt wird an Orten gefeiert, die sonst nie erste Wahl gewesen wären.

In einem Palais Besenval, mitten in der Altstadt. In einer ehemaligen Cellulose-Fabrik, abseits aller öV-Verbindungen.

Dafür dümpeln leere Räume in Bahnhofsnähe mit abends ebenso leeren Parkplätzen seit Jahren vor sich hin. Solothurn könnte einen «gescheiten» Klub fürs Nachtleben durchaus brauchen. Aber nicht unbedingt Notlösungen der jetzigen Art. @ wolfgang.wagmann@azmedien.ch