Kommentar
Alcon wird zu reden geben

Immer wenn einer der beiden «Grossen» in Basel Zahlen vorlegt, kann man sich einen Blick auf die Zahlen des anderen nicht verkneifen. Und bei diesem Kopf-an-Kopf-Rennen hat derzeit Roche die Nase vorn.

Stefan Schuppli
Stefan Schuppli
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Roche.

Roche.

Keystone

Diese hat kürzlich ihren «Ausblick» auf das Geschäftsjahr erhöht, während Novartis ihre Prognosen lediglich bestätigte. Novartis wurde von einem schwächelnden Augenheilkunde-Geschäft überrascht. Die Division Alcon wird noch zu reden geben.

Auch die immer wiederkehrenden Rechtsfälle werfen kein gutes Licht auf den Konzern. Hier gilt es freilich einzuwenden, dass diese meist Altlasten sind. Und im letzten Fall bestreitet Novartis ausserdem vehement, dass bestochen worden sei.

Novartis ist im Um- und Ausbau. Derzeit wird die Verwaltungseinheit «Novartis Business Services» aufgebaut. Damit sollen die internen Dienstleistungen vereinfacht und standardisiert werden.

Viele Mitarbeitende erhalten neue Chefs oder werden umgeteilt – das ist für die Betroffenen nicht immer einfach. Bisher sei die Transformation «wie geplant verlaufen», heisst es. Ein rechter «Lupf» ist sodann die Integration der kürzlich erworbenen Onkologiesparte von GSK. Und schliesslich bemüht sich der Konzern nach dem Abgang des vormaligen Chefs Daniel Vasella um einen Kulturwandel.

Inwiefern dies gelingt oder bereits gelungen ist, lässt sich freilich von aussen kaum feststellen. Sicher ist, dass das ein langfristiger Prozess ist.

Trotz diesen Herausforderungen darf der Konzern auf keinen Fall unterschätzt werden. Zahlreiche neue Medikamente sind in Pipeline, und man kann davon ausgehen, dass einige davon zu «Rennern» werden, auch wenn deren Potenzial schwierig abzuschätzen ist.

Im dritten Quartal gab es acht Neuzulassungen oder Empfehlungen für künftige Medikamente.

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