MaturTortur
Doris, ich zähle auf dich!

Wenn der Wohler Kanti-Rektor Widmer und der Wohler Kanti-Redaktor Züst gemeinsam auf vier Jahre Kantonsschule, 34 Kolumnen und eine bestandene Matur anstossen können, ist das ein schöner Moment.

Patrick Züst*
Patrick Züst*
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Bundesrätin Doris Leuthard beim Lesen der Aargauer Zeitung – ob sie auch die Kanti-Kolumnen gelesen hat?

Bundesrätin Doris Leuthard beim Lesen der Aargauer Zeitung – ob sie auch die Kanti-Kolumnen gelesen hat?

Lukas Lehmann/Keystone

Wenn die dabei ausgetauschten Nettigkeiten dann auch noch ernst gemeint sind, ist das sogar ein sehr schöner Moment. Im November erschien die erste #MaturTortur-Kolumne.

Darin habe ich mich unter anderem gefragt, wie lange es wohl dauern wird, bis ich aufgrund meiner Artikel die erste Vorladung zu Rektor Franz Widmer erhalte.

Heute lachen wir darüber. Einige tadelnde Worte gab es zwar, die Ehre eines persönlichen Gesprächs wollte er mir aber nie zuteilwerden lassen. Dass das an gewissen Aargauer Kantis so vermutlich nicht funktioniert hätte, ist uns beiden bewusst.

Mehr als sieben Monate lang habe ich in dieser Kolumne von der #MaturTortur an der Kantonsschule Wohlen berichtet und dabei versucht, einen generationenübergreifenden Perspektivenwechsel zu ermöglichen. Sie erfuhren von der traditionellen Badtaste-Party, der kollektiven Maturaarbeits-Schwangerschaft und dem immensen Papierverbrauch.

Sie haben Schachmeister Burak, Wahlbernerin Corinne und Absenzquoten-Königin Céline kennen gelernt. Und Sie haben all das rege kommentiert, kritisiert und diskutiert. Neben den Lehrern zeigten sich dabei vor allem die Aargauer Politiker äusserst aktiv. Unter anderem erhielt ich Feedback von Gross-, Regierungs- und Nationalräten. Nur der Bundesrat fehlt jetzt noch. (Doris, ich zähle auf dich!)

Als Abschluss freue ich mich diese Woche nochmals auf jede Menge Mails und Kommentare – egal, ob glorifizierende Lobeshymnen oder kritische Seitenhiebe. Wie hat ihnen meine Kolumne gefallen? War es eine gute Entscheidung, dem «jungen Schnösel» eine Carte blanche auszustellen? Hätten Sie als Schul- oder Redaktionsleiter irgendwann die Carte rouge gezückt?

Dass heute eine anstrengende und doch unglaubliche wertvolle Kolumnen-Zeit zu Ende geht, habe ich noch gar nicht wirklich realisiert. Seit Monaten bin ich bereits auf der Suche nach den Worten, welche es mir ermöglichen, dieses Kapitel mit gutem Gewissen abzuschliessen. Es müssen Worte von monumentalem und fundamentalem Charakter sein. Worte, die ausdrücken, wie enorm dankbar ich der Aargauer Zeitung für diese einmalige Chance bin. Worte, die vier Jahre Kantonsschule, unzählige Mails, Kommentare und Gespräche zusammenfassen. Worte, die all dem gerecht werden, was ich eigentlich sagen will. Schade, dass ich diese Worte bis jetzt noch nicht gefunden habe. Ich melde mich, sobald sich das ändert.

*Patrick Züst schreibt über sein letztes Schuljahr an der Kanti Wohlen. Dies ist seine letzte Kolumne.

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