Per Autostopp um die Welt
Ein Hoch auf das Smartphone!

Ex-Wirtschaftsredaktor und Weltreisender Thomas Schlittler ist in Armenien unterwegs. Nach 17 Wochen on the road weiss ich: Es war die richtige Entscheidung, Laptop und Smartphone mitzunehmen. Von Stepandsminda nach Yerevan.

Thomas Schlittler*
Thomas Schlittler*
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Ursprünglich hatte ich im Sinn, meine grosse Reise ohne Smartphone oder Laptop in Angriff zu nehmen. Ich fand den Gedanken faszinierend, völlig auf mich alleine gestellt irgendwo in der grossen weiten Welt zu sein – wie die Hippies, die in den 60er- und 70er-Jahren von Europa über Land nach Asien reisten.

Als ich die Idee viele Monate vor meiner Reise aber einmal laut aussprach, war der Protest meiner Freundin und meiner Familie so vehement, dass ich sie schnell wieder verwarf. Nach 17 Wochen «on the road» weiss ich: Es war die richtige Entscheidung!

Reisebericht verpasst?

Alle bisherigen Berichte von Thomas Schlittlers Reise per Autostopp um die Welt finden Sie hier.

1. «Herr Taxifahrer, warum fahren Sie im Kreis?»

Ich erreiche per Autostopp eine Grossstadt, mein Fahrer lässt mich in irgendeinem Aussenquartier raus. Ich will mit dem Taxi ins Stadtzentrum.

Früher: Der Taxifahrer macht eine Stadtrundfahrt, um die ich ihn nicht gebeten habe. Kurz vor dem Ziel fährt er noch dreimal im Kreis und verlangt dann einen Preis, für den sich selbst Schweizer Taxifahrer schämen würden.

Heute: Dank der Strassenkarte, die ich auf meinem Smartphone gespeichert habe, kann ich unsere Route mitverfolgen. Machen wir ein paar überflüssige Kurven, frage ich das Schlitzohr am Steuer: «Herr Taxifahrer, warum fahren Sie im Kreis?»

2. «Der Wasserdruck in der Dusche war grossartig!»

Eine Weltreise lässt sich im Voraus nicht detailiert planen – insbesondere, wenn man per Autostopp unterwegs ist. Ich entscheide deshalb vorzu, welche Orte ich besuche und in welchen Hostels ich übernachte.

Früher: Ein Reiseführer und die Menschen vor Ort sind die einzigen Informationsquellen, und diese sind nicht sehr aussagekräftig. Reiseführer haben die Tendenz, 0815-Kirchen als architektonische Weltwunder anzupreisen, Einheimische empfehlen oft einfach das Hostel, bei dem sie mitverdienen.

Heute: Eine Bildersuche auf Google zeigt mir innert Sekunden, ob es sich lohnt, für eine Kirche einen Umweg von hunderten Kilometern zu machen. Und dank den unzähligen Bewertungen auf Tripadvisor & Co. weiss ich genau, was ich von einem Hostel erwarten kann. Ein Gast schrieb nach seinem Aufenthalt in einem türkischen Hostel gar begeistert: «Der Wasserdruck in der Dusche war grossartig!»

3. «Das ist mein Neffe!»

Wenige Wochen vor Beginn meiner Reise ist meine älteste Schwester zum ersten Mal Mami geworden. Es ist der erste Nachwuchs in unserer Familie, ein grosser Moment!

Früher: Ich komme nach ein, zwei Jahren von meiner Reise zurück. An meiner Willkommensparty stolpern mehrere Babys herum, weil auch ein paar meiner Freunde bereits Nachwuchs haben. Ich frage beschämt: «Und welcher dieser Knirpse ist nun mein Neffe?»

Heute: Dank dem Whatsapp-Family-Chat weiss ich, dass der kleine Elias seit meiner Abreise drei Kilo schwerer und 13 Zentimeter grösser geworden ist. Auch von den ersten Geh- und Sprechversuchen werde ich bestimmt ein Video erhalten. Bei meiner Rückkehr gibt es deshalb keinen Zweifel: «Das ist mein Neffe!»

WOCHE 27: Von Kashgar nach Stadtende Kashgar: Die Woche beginnt auf dem Roller von Turghunsan.
178 Bilder
Von Stadtende Kashgar nach Yarkant: Auch Jilil und seine zwei Söhne sind Uiguren, wie fast alle meine Fahrer in dieser Woche.
Von Yarkant nach Hotan: Diese drei älteren Herren(da ist noch einer im Hintergrund)amüsieren sich köstlich darüber,dass ich weder Uigurisch noch Chinesisch kann.
Von Hotan nach Stadtende Hotan: Familienausflug auf der Ladefläche eines kleinen Traktors.
Von Stadtende Hotan nach ein bisschen ausserhalb Hotan. Und im gleichen Stile geht es weiter.
Von ein bisschen ausserhalb Hotan nach Lop: Ich schaffe es so bis in die nächste Ortschaft.
Von Lop nach Qira: Dennoch muss ich laaange warten, bis mich der 22-jährige Ürgesh in seinem kleinen Lieferwagen mitnimmt.
Von Qira nach Damagouxiang: Danach muss ich erneut mehr als eine Stunde warten.
Von Damagouxiang nach Keriya: Und weil ich in dem kleinen Kaff keinen Platz zum Schlafen finde, stöpple ich im Dunkeln noch ein bisschen weiter - mit Erfolg!
Von Keriya nach Aoyituogelakexiang: Mehti(links)und sein Freund sind mit ihrem vollgestopften Auto auf dem Weg an den Bazar.
Von Aoyituogelakexiang nach Niya: Mit Mahmed(rechts)und Mehrali(falsche Schreibweise wahrscheinlich) geht es dann endlich wieder etwas weiter, rund 90 Kilometer.
Und das ist der nette Herr, der Erbarmen hat.
Von Niya nach Ruokeyaxiang: In Niya (auch Minfeng genannt) nimmt mich dann erneut ein Motorrad mit Ladefläche mit.
Von Ruokeyaxiang nach Abzweigung Wüste: Diese Herren hätten mich für eine grosse Distanz wohl kaum gratis mitgenommen,aber für 20 km drücken sie ein Auge zu.
Von Abzweigung nach drei Häuschen in Wüste: Die ersten 50 km in der Wüste zwänge ich mich in diesen Lieferwagen.
Von drei Häuschen in Wüste nach Korla: Da geht es stundenlang nur in kleinen Schritten vorwärts und dann Baaammm_700km mit Almetschaid und Mehda (rechts).
Von Korla nach mitten auf die Autobahn: Am nächsten Tag nimmt mich Zhu mit, die erste Han-Chinesin.
Von Autobahn nach Yanqi Autobahnausfahrt: Diese beiden Damen befreien mich aus dieser ungemütlichen Situation.
Anfangs bin ich wenig erfreut darüber, dass ich nun im Polizeibus auf der Autobahn sitze.
Für die Polizisten bin ich eine Attraktion.
Von Yanqi Autobahnausfahrt nach Yanqi Bahnhof.
Von Yanqi Bahnhof nach Ürümqi.
WOCHE 26: Von Bishkek nach Sokuluk. Medet ist Taxifahrer.
Von Sokuluk nach Kara-Balta Jerkin hat ebenfalls drei Kinder.
Von Kara-Balta nach Sosnovka: Ich traue meinen Augen kaum, als Jamal anhält-eine Frau!Das letzte Mal hat mich in Rumänien eine Frau mitgenommen, vor vier Monaten!
Von Sosnovka nach Kaff bei Autobahngabelung_Und mein Autostopp-Tag in Kirgisistan hält weitere positive Überraschungen parat_Kuba(links) spricht perfekt Englisch.
Der 32-jährige Kirgise lebt seit 10 Jahren in London.
Der Aufstieg hat sich gelohnt.
Nach 100 Kilometern müssen Kuba und Islam abbiegen.
on Kaff bei Autobahngabelung nach Dschalalabat_Schön ist das Plätzchen,aber auch kalt.
Von Dschalalabat nach Osh_Dank Homal lerne ich auch Milbek (rechts) und seinen Geschäftspartner kennen .
100 Kilometer vor Osh steige ich zu Milbek in den Ford.
Am nächsten Tag offeriert mir Milbek dann noch eine kräftige Mahlzeit, bevor wir uns voneinander verabschieden.
Von Osh nach Gulcha_Nach einer weiteren Nacht in Osh geht es dann früh morgens weiter_Medet (links) belohnt mich für das frühe Aufstehen.
Medet nimmt nicht nur mich mit, er hält für jeden, den er am Strassenrand sieht.
Von Gulcha nach Irkeschtam (Grenze China)_Weiter geht es mit LKW-Fahrer Milbek (ja, schon wieder Milbek, aber ein anderer Typ).
Erst meine ich, dass ich mit Milbek nur bis in die nächste grössere Ortschaft kann.
Wir müssen einen schneebedeckten Pass überqueren.
Wir haben deshalb Zeit für ein kleines Fotoshooting von Milbek und seinem LKW.
Als es nach rund 20 Minuten weitergeht, wird die Strasse noch schlechter befahrbar.
Von Irkeschtam (Grenzposten China I) nach Grenzposten II_Die Grenze muss ich separat überqueren,ich verliere Milbek aus den Augen-dafür nimmt mich Meturbek mit.
Von Grenzposten China II nach Ulugqat_Leider nicht weit.
Von Ulugqat nach Kashgar_Als ich dort das Zollprozedere abgeschlossen habe und das Gebäude verlasse, treffe ich erneut auf Milbek- er bringt mich im Dunkeln nach Kashgar.
WOCHE 25: Von Schymkent nach Aksukent: Es war eine kurze Autostopp-Woche, wegen des Wetters allerdings keine einfache. Als mich Altinbeg auflädt, regnet es in Strömen.
Von Aksukent nach Taraz: Trampen im Regen ist unangenehm, dafür profitiere ich von einem Mitleidsbonus_Der Fahrer dieses Shared-Taxis nimmt mich kostenlos mit.
Von Taraz nach Korday: Ein kleines Wunder_Aldiar(links)und Islam sprechen Englisch.Endlich kann ich wieder einmal richtig unterhalten!Sie bringen mich zur Grenze.
Von Korday nach Bishkek: Von dort sind es nur 20 Kilometer bis in die kirgisische Hauptstadt Bishkek. Im Dunkeln nimmt mich ein Typ mit, der leider kein Foto machen will.
WOCHE 24: Von Buchara nach Gala Osiyo_Suchid ist Hobby-Taxifahrer.
Von Gala Osiyo nach Vobkent_Genau das Gleiche gilt für Bobor (rechts) und seine Kollegen.
Von Vobkent nach Gijduvon_Auch Sunad (links) und Surik stellen unzählige Fragen - die ich aber wie so oft nicht verstehe.
Von Gijduvon nach Qiziltepa_Ali hilft mir aus der Patsche, als es bereits dunkel ist. Ich bin ihm sehr dankbar dafür. Nachts ist es nämlich bereits bitterkalt.
Von Qiziltepa nach Karmana_Am nächsten Morgen geht es weiter mit Asis, dem nächsten Taxifahrer, der sich von meinem 'No money' nicht abschrecken lässt.
Von Karmana nach Samarkand_Mohammed, Jamal und Sanil.
Von Samarkand nach Gallaorol_Ab Samarkand stöpple ich zusammen mit Camille, einem 27-jährigen Franzosen, den ich in.
Von Gallaorol nach Paxtaobod_Die Frohnatur mit iranischen Wurzeln bringt mir eine neue Taktik bei_Er spricht die Fahrer (hier Mansour) direkt an.
Von Paxtaobod nach Taschkent_Auf halber Strecke müssen sich Camille und ich aber wieder trennen.
Von Taschkent nach Grenze Kasachstan Nr.
Von Grenze I zu Grenze II_Allerdings lässt mich die usbekische Grenzpolizei nicht ausreisen.
Von Grenze Kasachstan II nach Schymkent_Nach der Grenzüberquerung versuche ich dann erstmals Camilles Taktik - mit Erfolg! Jerkebulai (links) und Sirik.
WOCHE 23: Von Mashhad nach Quchan_Meine letzte Tagesetappe im Iran starte ich mit Ali (rechts). Er ist Hobby-Taxifahrer, nimmt mich aber umsonst mit.
Von Bajgiram nach Militärcheckpoint_In Turkmenistan muss ich das erste Mal für einen Bus bezahlen (CHF 2.00)_Der Grenzsoldat lässt mich nicht stöppeln.
Von Quchan nach Bajgiram (Grenze)_Auch bei Musi (rechts) bin ich nicht der einzige Passagier. Dank meinem Autostopp-Brief bringt er mich aber kostenlos an die Grenze.
Von Militärcheckpoint nach Ashgabat_Asis(rechts)und Mohammed nehmen mich mit in die turkmenische Hauptstadt,nachdem mich zwei Hobby-Taxifahrer abgelehnt hatten.
Dank Kemal (links), der etwas Englisch spricht, sitze ich mit sieben Fremden zusammen in einem Auto Richtung Osten.
Von Ashgabat nach Mary_Aus Asgabat heraus ist es zunächst harzig. Zwar halten 10 bis 15 Hobby-Taxifahrer, aber keiner will mich umsonst mitnehmen. Dann klappt es aber.
Von Mary nach Turkmenabat_In Mary lässt mich Kemal nicht Autostöppeln. Er besteht darauf, mir ein Sammeltaxi zu bezahlen. Die Insassen wollen kein Foto machen.
Von Turkmenabat nach Stadtrand Turkmenabat_Erstaunlicherweise geht es in Turkmenabat auf einmal ganz leicht und ohne grosse Erklärungen. Erst mit Achmed.
Von Stadtrand Turkmenabat nach Farab_Dann mit den frisch gebackenen Eltern Jakub und Maya.
Von Farab nach kleines Kaff_Weiter mit Gejo und einer jungen Frau, deren Namen ich nicht kenne.
Von kleines Kaff nach Grenze Turkmenistan-Usbekistan_Und schliesslich mit dem kasachischen LKW-Fahrer Sascha an die Grenze.
Von Grenze nach Bukhara_Nach der Grenze eine Premiere_Ein Polizist nimmt mich mit.Weil es ihm mit dem Foto aber nicht ganz wohl ist,zeige ich ihn nicht im Bild.
Von Yerevan nach Artashat: In diesem Bus fahre ich dann die zweite Hälfte der Tagesetappe nach Teheran - ohne bezahlen zu müssen, dafür mit einem schlechtem Gewissen.
Von Tabriz nach Zanjan: Mehrdad (links) und Amir lassen sich von meinem 'pul nadarim' ('Ich habe kein Geld') nicht abschrecken.
Vor allem Mehrdad sorgt mit seinen Faxen dafür, dass es in den fünf Stunden im LKW von Amir nie langweilig wird (siehe Video).
Es ist aber auch komfortabel in so einer LKW-Führerkabine. Und die Gastfreundschaft von Amir und Mehrdad ist fantastisch. So fantastisch, ...
...dass sie mich an einer Zahlstation der iranischen Polizei übergeben. Und diese hält (trotz Protest meinerseits) einen Bus für mich an.
Von Marand nach Tabriz: Mit Maji erreiche ich um 20 Uhr Tabriz. Er hilft mir dabei, eine günstige Pension zu finden. Hostels gibt es im Iran nur ganz wenige.
Von Meghri nach Grenze Iran: Die letzten paar Kilometer bis an die Grenze bringt mich Artsem. Er ist Russe, lebt aber in Armenien.
Von Kajaran nach Meghri: Arsen arbeitet für die armenische Armee. Ich finde aber nicht heraus, welchen Grad er hat - obwohl er mir seinen Dienstausweis zeigt.
Von Tankstelle vor Kapan nach Kajaran: LKW-Fahrer Robert war nicht annähernd so grimmig, wie es auf diesem Foto den Anschein macht.
Von Grenze Iran nach Marand: Die Fahrt mit diesen drei Herren erinnert mich an den Film 'Little Miss Sunshine'. Wir müssen den Wagen nach jedem Stopp anschieben.
Von Kapan nach Tankstelle vor Kapan: Markhan hört so laut Musik, dass mir fast das Trommelfeld platzt.
Von Kaff II nach Kapan: Auf diesem Foto fehlt die süsse kleine Tochter von Sona (links) und Michel. Sie war leider zu scheu.
Von Kaff I nach Kaff II: Mit einem der drei (Name vergessen) geht es auf der Ladefläche eines kleines Trucks weiter talwärts. Eine tolle Fahrt! (siehe Video).
Von Tatev nach Kaff I: Mit diesen drei Originalen geht es ins Tal herunter. In einem Wagen, der fast auseinanderfällt.
Von Shaki nach Tatev: Aline und Ifim sind ein frisch verheiratets Paar aus Russland. Sie sind in Armenien auf ihrer Hochzeitsreise.
Von Vayk nach Shaki: Arthur hört coole armenische Musik. Youtubelt mal die Band Reincarnatia. Ich konnte noch nicht, da Youtube im Iran gesperrt ist.
Von Ararat nach Vayk: Wasim (links) arbeitet in einem Hotel in Yerevan und sagt mir, dass er iranische Touris nicht so mag, weil sie nicht so viel Wodka vertragen.
Von Artashat nach Ararat: Diese drei Herren arbeiten in einer Zementbude, laden mich zum Kaffee ein und geben mir ein Sandwich mit auf den Weg.
WOCHE 18: Von Yerevan nach Artashat: Sayan hält plötzlich an und legt den Rückwärtsgang ein. Er hat auf der Fahrbahn eine Sonnenbrille entdeckt, die ihm gefällt.
Von Ayrum nach Yerevan Nach einer Nacht direkt an der Grenze bringt mich Alexej tags darauf direkt nach Yerevan - weiter als ich eigentlich wollte.
Die Fahrt mit dem russischen LKW-Fahrer verläuft nicht reibungslos Sein Kollege, der im LKW vor uns fährt, muss unter den LKW kriechen, um etwas zu reparieren
Von Marneuli nach Ayrum Tivut ist eigentlich Taxifahrer, allerdings ist er nicht im Dienst, als er mich bis an georgisch-armenische Grenze bringt.
Von Tiflis nach Marneuli Der Fahrer ist bewusst nicht im Bild
Von Udabno nach Sagarejo Zurück in die Zivilisation geht es mit einem einheimischen Tramper (links) und Goga, der im Hostel arbeitet, in dem ich übernachtet habe.
Von Sagarejo nach Tiflis Shalva hat wie so viele das Steuer rechts
Von Sagarejo nach Kreuzung im Nirgendwo Diese drei nehmen mich mit auf einer Strasse, die auf Google Maps gar nicht eingezeichnet ist
Von Kreuzung im Nirgendwo nach Udabno Und auf dieser holprigen Landstrasse nimmt mich dieser Herr, der mit seinem Mercedes so gar nicht in die Umgebung passt
Von Tiflis nach Sagarejo Der zweifache Familienvater Merhab macht einen 60 Kilometer langen Umweg für mich - madloba!
Von Arsha nach Tiflis Der Atomschlaf von Davit (links) beeindruckt mich
Mit den beiden Armeniern genehmige ich mir auf halber Strecke einen Znüni vor einer wunderschönen Bergkulisse.
WOCHE 17: Von Stepantsminda nach Arsha Sergej wohnt in Stepantsminda
Von Tsitelsopeli nach Stepantsminda Auch Kachas ist einer der modernen Generation
Von Tiflis nach Tsitelsopeli Mit Edi (links)und Wano gehe ich in einem trocken gelegten Weiher fischen
Von Khashuri nach Tiflis George und die beiden jungen Frauen (Namen vergessen) sind in Tiflis aufgewachsen - jung, modern, Englisch sprechend.
Von Borjomi nach Khashuri_Macko hat noch keine Kinder, der kleine Guburlu (so habe ich den Namen verstanden.
Von Akhaltsikhe nach Borjomi Für Soso und seine Frau Ruska hat vor kurzem ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Die süsse Kleine ist erst drei Monate alt
Von Utkisubani nach Akhaltsikhe Nach einer kalten Nacht gehts mit den ukrainischen Touristen Stephan (links) und den zwei Sergejs ins Tal
Die Strassen sind gleich schlecht wie auf dem Weg ins Niederurner Täli Das ist zu viel für die Reifen von Aleko und Josephs Jeep.
Von Khulo nach Utkisubani Im Jeep von Aleko (links) und Joseph erinnere ich mich an meinen Opi, der uns früher mit seinem Jeep in den Glarner Bergen herumkurvte
Von Shuakhevi nach Khulo Badri fährt wie ein Wahnsinniger, obwohl die Strassen schlecht sind
WOCHE 16: Von Batumi nach Shuakhevi Die kleine Liana schockt mich mit der Frage: «Bist du auf Facebook.» Rechts ist Onkel Amira, im Hintergrund zwei einheimische Tramper
Von Sarp (Grenze) nach Batumi: Nach einer extrem chaotischen Grenzüberquerung (warten, quetschen, schwitzen) bringen uns dann Georgi (links) und Solo nach Batumi.
Von Rize nach Sarp (Grenze): Bei Kemal (links) und Davut fühlen wir uns dafür pudelwohl, nachdem sie uns zum Tee eingeladen haben.
Von Of nach Rize: Ömer wiederum ist so schweigsam, dass es beinahe unangenehm ist. Ich frage mich dann immer ein bisschen, wieso solche Leute anhalten.
Von Yomra nach Of: Auch auf Meli müssen wir nicht lange warten. Der Galatasaray-Fan sagt mir, dass er den Einkauf von Lukas Podolski eher kritisch sehe.
Von Ost-Trabzon nach Yomra: Und da wir beide nach Georgien unterwegs sind, begleitet sie mich. Mitgenommen werden zu zweit noch schneller, hier von Mechaniker Mehmet.
Von Trabzon nach Ost-Trabzon: Weiter geht es mit Yunus. An Bord ist zudem Reina, eine Iranerin, die ich im Hostel kennengelernt habe. Sie wollte gerne auch mal trampen.
Von Askale nach Trabzon: Süleyman macht einen Zwischenhalt, damit er auf seine fünf Gebete pro Tag kommt. Er lädt mich ein, mit ihm in die Moschee zu kommen
Es bleibt nicht die einzige Einladung Süleymans_Er nimmt mich auch mit zu seinen Freunden.
Dort gibt es einen Schlafplatz für mich sowie zu essen und zu trinken-aber keinen Alkohol. Rauchen tun aber doch einige, auch wenn sie es als Sünde betrachten.
Am nächsten Morgen lerne ich dann auch die Grossmutter, Kinder und Nachbarskinder kennen
Von Erzurum nach Askale: Mesut (links) und Metin verzweifeln fasst, weil ich wirklich gar kein Türkisch verstehe. Sie wollen es nicht wahrhaben
Von Bingöl nach Erzurum: Bei Hussein sitze ich bereits um 7 Uhr im Auto, so früh wie sonst nie. Der Grund ist, dass Mehmet und Netice früh raus mussten.
Von Kovancilar nach Bingöl: Mehmet wird mir nicht nur in Erinnerung bleiben,weil er mein 200. Fahrer war,sondern auch,weil er mich zu sich nach Hause einlud.
Dort lerne ich seine Frau Netice kennen. Ein Frohnatur, die immer beide Daumen in die Höhe streckt und 'süper' sagt, wenn ich versuche, Türkisch zu sprechen.
Von Ergani nach Kovancilar: Mehmet ist ein cleverer Kopf mit Potenzial. Für ihn kommt arbeiten im Westen aber nicht infrage, er will Familie und Freunde nicht verlassen.
Von Ekinciler nach Ergani: Auch Sabri, der nächste LKW-Fahrer, hat Erfahrungen mit heiklen Transporten. Er fuhr regelmässig in die syrische Grenzstadt Kobane.
Von Diyarbakir nach Ekinciler: Murat fuhr mit seinem LKW eineinhalb Jahre regelmässig in den Irak, wo er jeweils auf einer US-Militärbasis übernachtete.
Von Siverek nach Diyarbakir: Erkans Englisch ist eine Freude. Er will aber kein Selfie machen, weil es nicht sein eigenes Auto ist, mit dem er mich mitgenommen hat.
Von fast Siverek nach Siverek: Der kleine Hassan hat genau gleich wie sein Papa Mustafa eine wunderbar herzliche Ausstrahlung.
Von Natince Bucagi nach fast Siverek: Im LKW von Aslan und seinem Sohn Farat komme ich so langsam voran, dass ich gerade so gut hätte laufen können.
Doch das Schneckentempo ist nicht alles, wenige Kilometer von unserem Ziel entfernt legt Aslan auch noch ein Nickerchen ein.
Von Abzweiger Karadut nach Natince Bucagi: Ferat ist Chauffeur und macht wie so viele vor ihm das Money-Money-Zeichen, als ich sage, dass ich aus 'Isvicre' komme.
Von Karadut nach Abzweiger Karadut: Die drei Kilometer aus dem Dorf bringt mich Murat, in dessen Pension ich die letzten zwei Nächte als einziger Gast schlief.
Von Abzweiger Karadut nach Karadut: Mustafa lässt mich direkt bei einer Pension raus.
Von Narince Bucagi nach Abzweiger Karadut: Mehmet ist Iraker.
Von Kahta nach Esendere Yusuf und Yasmin sind verheiratet, haben aber (noch) keine Kinder.
Von Esendere nach Narince Bucagi: Das sind Ahmed (rechts) und Isfad.
Von Hasancik nach Kahta.
Von Adiyaman nach Hasancik: Abdulah schenkt mir erst Eistee und Trauben, dann besteht er darauf, ein Auto für mich anzuhalten. Es hält aber kein Auto, sondern ...
Von Kurucaova nach Celikhan: Auch Mustafa (rechts) und Ömer sind in so etwas wie einem Lastwagen unterwegs, genau genommen ist es ein Betonmischfahrzeug.
Von Celikhan nach Adiyaman: Omar ist ebenfalls Chaffeur, allerdings ohne LKW.
Von Erkenek nach Kurucaova: Wieder ein Lastwagen, der mit den Hügeln beinahe überfordert ist, wieder weiss ich den Namen des Fahrers nicht.
Von Dogansehir nach Erkenek: Sein kleiner Lastwagen hat schon bei kleinen Hügeln Mühe.
Von Akcadag nach Dogansehir: Mustafa, Halah & Hasan (v.l.n.r.) sind drei echte Originale. Sie wollen mich von irgendetwas überzeugen, aber keine Ahnung von was...
Von Aksaray nach Ürgüp_Levent setzt Sinan am Busbahnhof ab und zeigt mir dann seinen Stammtisch in Ürgüp_Jassen, Trinken, Qualmen, Quatschen.
Von Pinarbasi nach Akcadag: Ali liefert einen fabrikneuen Mercedes-LKW aus und lädt mich unterwegs zum Mittagessen ein.
Von Kayseri nach Pinarbasi: Ahmed lässt mich einsteigen, während er telefoniert.
Von Avanos nach Kayseri: Ali (links) und der kleine Mustafa haben ihrem Vater Ramazan auf der Baustelle geholfen.
Von Cavusin nach Avanos: Ahmed ist auf dem Weg zur Arbeit, sonst hätte er mich nicht nur für eine so kurze Strecke mitgenommen,da bin ich ziemlich sicher.
Von Göreme nach Cavusin: Diese zwei sind einheimische Touristen,die schon früh auf Sightseeing-Tour sind.
Von Ürgüp nach Göreme: Emre (links) hat einen Souvenirladen, Ahmed verkauft Jeans.
Von Sereflikochisar nach Aksaray: Für Mehmet bin ich eine grosse Enttäuschung, weil ich keine Pornovideos auf dem Handy gespeichert habe. Er wollte es kaum glauben.
Eigentlich ist so ein Salzsee ja toll, um mit der Bildtiefe zu spielen und witzige Fotos zu schiessen.
Von Sekerkoy Köyü nach Sereflikochisar: Ali ist ein grossartiger Typ, wir verstehen uns auch ohne Worte.
Von Ankara nach Sekerkoy Köyü: Die beiden Brüder Ünal und Cihan sind Soldaten in der türkischen Armee und gerade auf dem Weg in die Ferien im Heimatdorf.
Aber Tee trinken geht ja auch ohne Worte.
Von Gebze nach Ankara: Mit dem dreifachen Familienvater Kadir bin ich sieben Stunden unterwegs.
Von Istanbul nach Gebze: Den Namen habe ich vergessen, in Erinnerung geblieben ist mir aber, dass er Ankara besser findet als Istanbul. Wie kann man so etwas sagen.
Meine Handschrift in Farsi: Weil ich den Autostopp-Erklärbrief meines Gastgebers im ersten Auto vergesse,muss ich ihn (mit einem Foto als Vorlage) selbst schreiben.
Von Damghan nach Jandaq: Fahrer Ibrahim äfft mein 'Farsi balad nistam' nach, Brenat inhaliert Opium und zeigt mir Schwulenpornos. Nicht meine angenehmste Fahrt.
Von Jandaq nach Kreuzung: Im LKW von Otcha und Krokodil (so habe ich den Namen verstanden...) gefällt es mir wieder deutlich besser. Tolle Typen!
Von Kreuzung nach Khur: Auch bei diesen vier Herren ist es sehr angenehm, sie bestehen darauf, dass ich auf dem komfortablen Beifahrersitz Platz nehme.
Da meine Fahrer vom regionalen Landwirtschaftsamt sind, nehmen sie in einer Oase eine kleine Farm in Augenschein.
Nach mehreren Tagen in der Wüste geht es dann mit Soroush zurück in die Zivilisation. Ich bin der erste Tourist, dem der 23-Jährige in seinem Leben.
Auf den 600 Kilometern bis zu seiner Heimatstadt ruft er deshalb zahlreiche Freunde an, um ihnen von mir zu erzählen.
Am nächsten Tag nimmt mich Soroush mit an seine Uni,wo ich eine Vorlesung über die Funktionsweise von Mikroprozessoren besuche.
Danach geht es weiter ins Stadtzentrum an eine religiöse Feier. Wie an der Uni werde ich auch hier behandelt wie ein Ehrengast.
Sie bringen mich für die beste Aussicht aufs Dach, ich schüttele unzählige Männer- und Kinderhände, posiere für zahlreiche Selfies...
...und werde für ein Erinnerungsfoto auf ein Pferd gehievt.Offenbar verirren sich nicht viele Touristen ins Städtchen Sabzevar. Der Tag als Popstar macht Spass.
Von Sabzevar nach Mashhad: Es ist aber auch anstrengend.Ich bin deshalb froh, dass mein nächster Fahrer (Name vergessen) von der zurückhaltenderen Sorte ist.

WOCHE 27: Von Kashgar nach Stadtende Kashgar: Die Woche beginnt auf dem Roller von Turghunsan.

Thomas Schlittler

4. «Duk’ unek’ yerekhaner?»

In Osteuropa konnte ich mich ungefähr mit jedem dritten Fahrer auf Englisch oder Deutsch unterhalten. In der Türkei, Georgien und Armenien ist die Quote drastisch gesunken.

Früher: Da ich die Landessprache nicht kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als freundlich zu lächeln. Vom meinem Fahrer erfahre ich höchstens den Namen.

Heute: Dank dem Smartphone habe ich für jedes Land das passende Wörterbuch und ich kann meinen armenischen Fahrer zumindest einfache Dinge fragen wie: «Duk’ unek’ yerekhaner?» (Hast du Kinder?). ((Steht eine Internetverbindung zur Verfügung, ist es aufgrund der beeindruckenden Fortschritte von Google Translate gar möglich, über tiefgründigere Themen zu sprechen.))

5. «Melde dich, wenn du in Kanada bin!»

In einem Hostel in Istanbul treffe ich Steve, einen Kanadier. Wir trinken ein paar Bierchen zusammen und haben tolle Gespräche über Gott und die Welt. Für ihn geht es von Istanbul aber zurück in die Heimat, ich ziehe weiter.

Früher: Ohne Internet sind teure Telefonate oder Briefe die einzige Kontaktmöglichkeit. Da ich in den nächsten Monaten aber keine fixe Adresse habe, kann er mir nicht schreiben. Wir hören wahrscheinlich erst nach meiner Reise wieder voneinander.

Heute: Wir werden Facebook-Freunde und tauschen E-Mail-Adressen aus. Wir können einander jederzeit schreiben, ohne wochenlang auf eine Antwort warten zu müssen – und das kostenlos. Zum Abschied sagt mir Steve: «Melde dich, wenn du in Kanada bist!»

WOCHE 22: Bei einer Wüsten-Raststätte treffe ich auf ein Hotelzimmer, das sehr spartanisch eingerichtet ist. Für die 6 Franken, die ich bezahle, finde ich das aber völlig okay.
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Bei einer Wüsten-Raststätte treffe ich auf ein Hotelzimmer, das sehr spartanisch eingerichtet ist. Für die 6 Franken, die ich bezahle, finde ich das aber völlig okay.
Tags darauf geht es weiter und weiter hinein in die iranische Wüste.
Tags darauf geht es weiter und weiter hinein in die iranische Wüste.
Nach einer Nacht in einem kleinen Oasenstädchen stehe ich ausnahmsweise früh auf, um den Sonnenaufgang zu erleben. Es hat sich gelohnt!.
Nicht zuletzt deshalb, weil ich miterlebe, wie ein Hirte seine Kamele in die Wüste führt. Dieser hier tut das noch ganz traditionell auf einem Esel ....
... Kamelhirten im 21. Jahrhundert können aber auch so aussehen_Mit Motorrad und Smartphone.
Doch auch wenn ihr Aufpasser auf einem Motorrad Dampf macht ....
... die Kamele lassen sich nicht wirklich stressen..
Eigentlich wurde mir versprochen, dass wir in der Wüste zelten werden, doch dazu kam es leider nicht. Ich musste mit einem Oasenstädtchen vorlieb nehmen.
Es gefiel mir aber auch so_Den Einheimischen beim Datteln pflücken zuschauen ....
Einen nahegelegenen Salzsee besuchen ....
...
...
... die kleinen ....
... und ganz kleinen Bewohner der Wüste beobachten ...
... und natürlich wunderschöne Sonnenuntergänge geniessen.
Wir sind aber nicht nur auf der faulen Haut gelegen. Einmal ging es mit einem Jeep ....
... zu einer kleinen Bergkette mitten in der Wüste.
...
Für mich war der Aufstieg besonders hart, weil ich keine Schuhe hatte. Sie sind in der Nacht zuvor vom Regen völlig durchnässt worden.
Doch für diese Aussicht haben sich die Schmerzen gelohnt.
WOCHE 20: Homeparty in den iranischen Bergen: Unverpixelte Bilder und Videos kann ich euch leider keine zeigen, ich will meine iranischen Freunde nicht in Gefahr bringen.
Ich muss warten, bis ich in Teheran mein Turkmenistan- und Usbekistan-Visa abholen kann. Ich mache deshalb einen Ausflug mit dem Zug in den Sueden.
Es gibt noch viel unverbautes Land im Iran, wie ich auf der Zugreise merke - der grösste Teil davon ist allerdings Wüste.
Auch die Stadt Kaschan, rund 200 Kilometer südlich von Teheran, ist von Wüste umgeben. Das Wahrzeichen ist die Aqa-Bozorg-Moschee (links im Bild).
Die grosse Halle im Basar von Kaschan...
... ist ein Ort der Ruhe...
... im sonst hektischen Händleralltag.
Auf den Strassen von Kaschan geht es im Vergleich zu Teheran (siehe Video) eher gemütlich zu und her.
Das heisst aber nicht, dass es nichts zu fotografieren gibt. Besonders angetan haben es mir die jungen Familien, die alle zusammen auf dem Motorrad unterwegs sind.
Das Verständnis für Sicherheit im Strassenverkehr ist im Iran ganz offensichtlich ein anderes als in der Schweiz ...
Wer hier einen Helm traegt, ist ein Exot.
Was in Kaschan auch azffällt im Vergleich zu Teheran: Die Frauen sind wieder deutlich konservativer gekleidet.
Ans Steuer setzen sie sich aber auch hier - wie überall im Iran. Das ist im islamischen Gottesstaat nicht verboten!
Weiter geht es nach Isfahan. Die Hauptattraktion der 2-Millionen-Stadt ist der Platz des Imams, mit einer Flaeche von fast 9 Hektar (rund 12 Fussballfelder) einer der grössten Plaetze der Welt.
Es ist aber nicht einfach, die Schönheit des Platzes auf einem Foto wiederzugeben. Dasselbe gilt für die Königsmoschee.
WOCHE 19: Eigentlich nicht wirklich hochzeitstauglich: Die abgelatschten Turnschuhe, die ich seit vier Monaten ununterbrochen trage.
Ruhollah Chomeini, der politische und religiöse Führer der Islamischen Revolution von 1979, ist in Teheran omnipräsent.
Der Alltag in der iranischen Hauptstadt ist hektisch.
Viele iranische Frauen lassen es sich trotz Kopftuch-Obligatorium nicht nehmen, sich modisch zu kleiden.
Einige junge Frauen schauen ganz offensichtlich, wie weit sie mit ihrem Outfit gehen können.
Andere wiederum kleiden sich deutlich konservativer.
Der Klassiker Nummer eins: Eine junge Frau rückt ihr Kopftuch zurecht, nachdem es heruntergerutscht ist.
Der Klassiker Nummer zwei: Iranische Frauen mit riesiger Sonnenbrille.
Doch nicht nur die Frauen legen wert auf ihr Äusseres: Dieser Motorradfahrer hat offensichtlich gerade eine Nasenoperation hinter sich.
In Sachen Schönheitsoperationen ist der Iran Weltspitze.
Die Metro in Teheran ist topmodern und das Streckennetz ist gut ausgebaut.
Einige Einheimische lesen in der Metro Zeitung, die meisten kleben aber an ihrem Smartphone.
Das Gute an der iranischen Metro: Man kann hier gerade auch noch ein paar Feierabendeinkäufe erledigen.
In Teheran will überall irgendjemand irgendetwas verkaufen.
Ich bin mit Sicherheit nicht der Beste, wenn es darum geht, einen guten Preis auszuhandeln.
Bevor die Waren verkauft werden können, müssen sie natürlich an den richtigen Ort transportiert werden.
Das geschieht auf alle erdenklichen Arten.
...
In dieser Hektik ist es nicht einfach, zu entspannen.
Das sind keine Obdachlosen, die machen nur ein Mittagsschläfchen auf einer Verkehrsinsel.
WOCHE 18: Im letzten Bericht habe ich euch die schön herausgeputzten Plätze von Yerevan gezeigt. Nur wenige hundert Meter weiter sieht es deutlich weniger glamourös aus.
Hier ist der Unterschied zu den ärmlichen armenischen Dörfern auf dem Land schon nicht mehr ganz so gross.
Aber egal, in welchem Stadtteil man sich befindet. Die jungen Frauen Yerevans sind stets top gestylt.
Der Kontrast zwischen den Häusern, der Infrastruktur und dem Erscheinungsbild der Menschen ist teils faszinierend.
Ihr merkt es: I love people watching! ;-)
Nach fast einer Woche in Yerevan geht es in den südlichen Teil Armeniens.
Zuerst treffe ich auf diese störische Kuh, welche die Strasse blockiert ...
... später auf diese verrückte Truppe. Der Typ ganz rechts ist mit dem Fahrrad von Südkorea bis nach Armenien gefahren - Respekt!
Armenien erklärte zu Beginn des 4. Jahrhunderts als erster Staat das Christentum zur Staatsreligion - vielleicht bedankt sich hier gerade der Herr.
Beim Wildcamping in den armenischen Bergen erlebe ich eine magische Nacht (das Zelt ist rechts im Bild).
Einfach wunderschön - und auf Fotos nicht wirklich wiederzugeben.
Fast noch besser ist allerdings die Aussicht am nächsten Morgen aus dem Zelt.
Von den Sehenswürdigkeiten Armeniens werde ich das Kloster Tatew am besten in Erinnerung behalten.
Über ein paar weitere Pässe geht es dann weiter in Richtung iranische Grenze.
Die Dörfer im Süden Armeniens sehen nicht besser aus als jene im Norden. Auch wenn die Kulisse rundherum schöner ist.
Vom Grenzübergang darf ich leider keine Bilder machen. Dieses Foto des Grenzgebiets schiesse ich dann bereits von der iranischen Seite.
Auf der 600 Kilometer langen Fahrt von Tabriz nach Teheran ist die Landschaft dann eher eintönig
Nur ganz selten zeigt sich die Natur kreativ und bringt etwas Farbe ins Spiel.
WOCHE 17: Die Woche beginnt mit einer Tapesetappe vom kräftig grünen Norden Georgiens.
...in den staubig braunen Süden. Zwischen den völlig unterschiedlichen Landschaften liegen nur drei Autostunden
Der Grund für meinen Abstecher in die ostgeorgische Steppe ist das georgisch-orthodoxe Kloster Dawit Garedscha
Als eigentliches Highlight entpuppt sich aber nicht das Kloster, sondern die Aussicht
Die Landesgrenze ist auch der Grund, wieso auf dem Hügel zwei georgische Soldaten stationiert sind
In diesem Hostel, das ich auf dem Weg nach Dawit Garedscha zufällig entdecke, übernachte ich
Ein Luxushotel wäre im kleinen, ärmlichen Dorf Udabno definitiv fehl am Platz
Nach der Überquerung der georgisch-armenischen Grenze wird es nicht luxuriöser
Am Strassenrand im Norden Armeniens stehen und liegen Schrottkarossen aus der Sowjetzeit
Und auch die Autos, die noch fahren, sehen teilweise nicht viel besser aus
Auch der LKW von meinem russischen Fahrer Alexej, aus dem ich die Fotos mache, hat schon bessere Tage gesehen
Auffällig sind im Norden Armeniens auch die vielen Fabriken, die offensichtlich schon lange nicht mehr benutzt werden
Und auch die kleinen Dörfer, die wir passieren, sehen oft sehr heruntergekommen aus
Luxus sind sich die Menschen in den ländlichen Regionen Armeniens mit Sicherheit nicht gewohnt
Trösten können sie sich einzig mit der wunderschönen Natur
Im Zentrum der armenischen Hauptstadt Yerevan wähnt man sich dann (wie so oft in Entwicklungsländern) in einem anderen Land
Die Gebäude, hier das Opernhaus, bröckeln noch kein bisschen
Aber genau diese bröckligen Fassaden fehlen in Yerevan
Ich buche eine Tagestour, um Sehenswürdigkeiten rund um Yerevan zu besuchen
... das in Felsen gebaute Geghard-Kloster ...
... und der Tempelkomplex Garni vermögen mich alle nicht völlig aus den Socken zu hauen. Vielleicht habe ich einfach schon zu viele Gotteshäuser gesehen
Am besten gefällt mir der Noratus-Friedhof mit kunstvoll behauenen armenischen Grabsteinen, die teilweise aus dem 10. Jahrhundert stammen
Noch spannender als die Grabsteine finde ich aber die armenischen Originale, die versuchen, den wenigen Touristen selbstgestrickte Handschuhe zu verkaufen
WOCHE 16: Zum Schluss noch das Witzigste von Georgien, die Schrift.
Diesen Anblick wollen sich auch die Adler nicht entgehen lassen.
Und wenn man Glück hat, zeigt sich gar der mächtige Kasbek, mit 5047 Metern Höhe der dritthöchste Berg Georgiens.
Wenn sich die Wolken verziehen, ist der Anblick der im 14. Jahrhundert erbauten Kirche noch schöner.
Oder, noch spektakulärer, die Dreifaltigkeitskirche in Stepanzminda auf 2170 Metern Höhe.
Die Georgier haben ihre Natur mit Gotteshäusern verziert.
Die Schönheit der Natur leidet freilich nicht unter der Armut des Landes.
... oder auch selbstgestrickte Wollmützen.
... Kochtöpfe ...
Alte Frauen verkaufen auf dem Troittoir oder am Strassenrand Früchte ...
Doch nicht nur den Häusern ist anzusehen, dass sie harte Zeiten hinter sich haben.
... aber die Fassaden vieler Häuser bröckeln.
... die Gassen haben Charme ...
... sieht es schon wieder ganz anders aus ...
An den Touristenorten ist Tiflis hübsch herausgeputzt. Geht man aber ein paar Strassen weiter, dahin, wo die Einheimischen wohnen ...
Aber auch andere Religionsgruppen sind präsent.
Das Stadtbild wird geprägt von zahlreichen Kirchen.
Am Tag darauf schaffe ich es in die georgische Hauptstadt Tiflis.
Als Entschädigung für die Kälte dient die wunderschöne Morgenstimmung.
Auch am Morgen ist es noch bitterkalt. Wie in den Gesichtern von Lea, Stefan, Lisa und mir (v.r.n.l.) abzulesen ist. Ich treffe die deutschen Touristen im Bergrestaurant.
Weil ich viel weniger weit komme als geplant, übernachte ich auf der Terrasse eines Bergrestaurants
... und werden von Kühen beherrscht ... (siehe Videos)
Aber ich sehe auch, wie arm das Land ist ...
Auf Weg ins Landesinnere merke ich schnell, dass Georgiens Natur viel zu bieten hat
Die Touristenstadt mit ihren aus dem Boden gestampften Hochhäusern hat nicht viel mit dem Rest Georgiens zu tun
Die Woche beginnt in Batumi am Schwarzen Meer
WOCHE 15: Diese Säulen mögen auf den ersten Blick langweilig wirken. Wenn man aber weiss, dass sie seit über 2000 Jahren hier stehen, sieht man sie mit anderen Augen.
Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe des Mount Nemruts ist die Chabinas-Brücke. Die gut erhaltene Römerbrücke stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus.
Das Highlight ist aber natürlich der Nemrut Dagi selbst. Den Berg (2150m) kennt man wegen der dazugehörenden Grabstätten im ganzen Land.
Sowohl auf der Ost- als auch Westseite des Gipfels sind die Unesco-geschützten, über 2000 Jahre alten Grabstätten zu bewundern.
Und auch wer sich weniger für Geschichte interessiert, kommt bei einem Ausflug auf den Mount Nemrut nicht zu kurz ...
... die Landschaft und der Sonnenuntergang sind wunderschön.
Weniger schön ist es manchmal, wenn man in der Osttürkei durch kleine Dörfer läuft. Die Abfallentsorgung (oder eben nicht Entsorgung) ist ein grosses Problem.
Und auch sonst wirkt in den kleinen Dörfern vieles sehr ärmlich. Die Schere zwischen Stadt und Land ist riesig.
Nichtsdestotrotz ist Ostanatolien definitiv eine Reise wert. Auch im Auto sitzen und aus dem Fenster schauen ist schon ein Erlebnis ...
Die Landschaften sind mal saftig grün ...
... dann wieder staubig braun.
Hinzu kommen die Menschen, die hier im scheinbaren Niemandsland ihren Weg gehen.
Ein kleines Mädchen springt wie verrückt auf einem grossen Stein herum.
Ein Schafhirte gönnt sich eine Zigarettenpause.
Ein Vater nimmt seinen Sohn mit aufs Feld.
Auch beim Betrachten der Ladungen muss man manchmal schmunzeln ...
Was auffällt_Die Strassen sind praktisch überall in einem sehr guten Zustand. Und wo das noch nicht der Fall ist, wird gebaut.
Rund fünfzig Kilometer südlich des Schwarzen Meers liegt in 1071m Höhe das Kloster Sumela. Die Lage ist einmalig.
Das ehemals griechisch-orthodoxe Kloster aus byzantinischer Zeit ist nicht nur von weitem einen Besuch wert.
Auch die Fresken im Innern und Äussern der Felsenkirche sind eine Augenweide.
Trabzon, die Hafenstadt am Schwarzen Meer, ist nichts Umwerfendes, aber zumindest gemütlich.