Kommentar
Ein laienhafter Eingriff in die Transferpolitik

Der 19-jährige FC Basel-Spieler Veljko Simic erhält keine Aufenthaltsberechtigung. Warum wurde dieser Entscheid gefällt? Für den FCB wird es immer schwieriger werden, gute Nachwuchsspieler verpflichten zu können.

Bojan Stula
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Veljko Simic (rechts) spielte bislang nur in Testspielen für die Profis des FCB.

Veljko Simic (rechts) spielte bislang nur in Testspielen für die Profis des FCB.

Sportlich wird der FC Basel diesen Schlag zweifellos überstehen. Aber dass das Bundesverwaltungsgericht dem 19-jährigen Fussballtalent Veljko Simic die Aufenthaltsberechtigung abspricht, weil der FCB nicht genügend nachweisen konnte, dass der Nachwuchsmann in Serbien auf höchstem Profi-Niveau eingesetzt wurde, wirft grundsätzliche Fragen auf.

Aufgrund welcher fussballerischen Expertise haben die Staatsangestellten des Bundesamts für Migration entschieden, dass Simic nur ungenügend qualifiziert für einen Profivertrag beim FC Basel ist? Wenn doch der Schweizer Serienmeister mit Nachdruck und Lohnausweis das Gegenteil behauptet.

Wollten hier Bundesamt und anschliessend Bundesverwaltungsgericht im Sinne des Ausländergesetzes exemplarisch Schweizer Jungprofis vor gleichaltriger Nicht-EU-Konkurrenz schützen? Streng ausgelegt würde dieses Urteil bedeuten, dass sich der FCB ab sofort aus dem Buhlen um die 18- bis 21-jährigen künftigen Messis dieser Welt verabschieden kann. Denn sobald ein Jungstar die restriktiven Bedingungen erfüllt, ist er oft schon unbezahlbar. Dieser im wahrsten Sinne laienhafte Eingriff in die Basler Transferpolitik macht zum einen deutlich, welchen Restriktionen die gesamte Schweizer Wirtschaft, nicht nur der FCB, schon jetzt auf dem Arbeitsmarkt unterworfen ist.

Zudem, was nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative noch alles auf die Schweiz – und den FCB! – zukommen wird, wenn selbst der EU- und Grenzgängerbereich beschränkt wird. Die Reaktion des FCB auf das Urteil ist übrigens exemplarisch: Er verlagert Simic ins Ausland. Andere Firmen tun das mit Arbeitsplätzen.

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