Hüsnü hilft
Heute: Frauenschauen

Hüsnü Haydaroglu ist Call-Center Agent und lebt in Pratteln. In seiner Freizeit berät er Menschen. Heute hilft er Urs und erklärt ihm, wie er Frauenschauen darf.

Hüsnü
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«Wann sie will spielen, sie zeigt dir. Wann sie will nicht, lasst du.» Rat von Hüsnü

«Wann sie will spielen, sie zeigt dir. Wann sie will nicht, lasst du.» Rat von Hüsnü

Keystone

«Lieber Hüsnü, jetzt im Sommer, laufen die Frauen halbnackt herum, aber wir Männer sollen sie nicht anschauen, heisst es. Das ist doch nicht normal. Wie soll ich mich verhalten, damit ich keine Scherereien mit Emanzen kriege?»

Urs, 38, Basel

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Lieber Herr Urs,

hab ich ein gute Lösung für dich, aber erzähl ich dir erst ein Geschichte. Ist wie im Fernseh, wann willst du Actionfilm schauen, aber erst kommt Werbung. Hör mal. Hab ich bisschen Ahnung vom Frauen, weil bin ich einzige Bub vom sieben Schwestern. Mein Schwestern heissen Handan, Halime, Hatice, Hanife, Hülya, Helin und Harika, alle flörten gern, und alle machen Kampfsport. Ist bisschen gefehrliche Mischung. Sagen wir, auf der Strasse schaut eine Mann. Wann schaut er gut, alles ist okey, wann schaut blöd, er hat ein Nase weniger als vorher.

Besonders schlimm ist, wann mein Grossschwester Handan seht eine junge, hübsche Mann. «Hey, Esel, warum schaust du mir nicht?», fragt sie. Der Mann sagt: «Oho, Schwester, hab ich nicht geschauen, weil hast du Kopftuch.» «Oben ist Kopftuch, aber unten ist Minirock, du Idiot», sagt der Handan. Der Mann sagt: «Bis dort unten ich habe nicht geschauen, Wallah, Schwester.» «Steht irgendwo: Diese Frau aufhört am Hals?» Sie reden und streiten, streiten und reden, bis sie sitzen zusammen im Teegarten, und am Abend der Handan ist verlobt.

Mein Mutter schimpft: «Was bringst du uns jede Woche neue Liebesmann, Blöd-Handan?» «Er hat so schön geschauen, Mutter.» «Wann ich heirate jede Mann, wo hat schön geschauen, ich hätte kein Ehemann, sondern Armee», sagt mein Mutter und weint, aber der Handan sagt: «Entschuldigum, Mutter, aber nur untere Körper ist verlobt. Oben bin ich brav.» Mutter weint noch mehr und schwört zu Gott und alle Engel, dass sie will alle Töchter dort unten zukleben. Mein Mutter ist sicher, alle schlechte Sachen kommt vom Untenfrau.

Meine Vater, wo ist Feminist, will alle Männer zukleben, besonders Mund und Augen: «Frauenaugen sind wie Waffen, sagt man, aber Männeraugen sind wie Gift. Nur eine Mann kann so schmutzig schauen, dass du willst achthundert Jahre duschen zum sauber werden», sagt er.

So, Herr Urs, hier ist fertig Werbung, jetzt kommt Film. Also: Wie musst du schauen, damit der Frauen müssen nicht im Dusche rennen? Wann ist ganz normale Frau, ist einfache Sache: Anschaust du bitte nicht zum Dekolte oder Popo, sondern zu ihre Gesicht. Und bitte nicht mit Augen, wo sagen: «Guten Tag, war ich sieben Jahre im Hungerstreik und hab ich jetzt bisschen Hunger», sondern: «Guten Tag, haben Sie Lust, bisschen Flörten und Spielen?» Wann sie will spielen, sie zeigt dir. Wann sie will nicht, lasst du.

Jetzt kommen wir zu unnormale Frauen, wo gibt es nur eine: mein Grossschwester Handan. Wann sie ist dein Flörtfrau, kannst du machen, was du willst, ist sowieso falsch, und am Ende du bist verlobt.

So, lieber Herr Urs, Frauenschauen ist ganz einfache Sache. Genau so einfache, wie am sonnige Tag im Café sitzen und Eiscrème essen.

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