Flugzeugunglück
Nach MH17-Bericht: Russland spielt sein altes Spiel

Es ist das alte Spiel, dass Russland betreibt. Nach dem Bericht zum MH17-Absturz über die Ukraine versucht die russische Regierung, Einwände gegen die Untersuchung zu erheben. Doch das zeigt nur an, das was nicht stimmt bei den Russen.

Fabian Fellmann, Brüssel
Fabian Fellmann, Brüssel
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Als Flug MH17 über der Ostukraine abstürzte, kamen 298 Menschen ums Leben. Die niederländische Untersuchungsbehörde gelangte am Dienstag zu einem klaren Schluss: Es war eine Buk-Rakete aus russischer Produktion, die das zivile Flugzeug zerstörte. Wer die Rakete abfeuerte, sagt der Bericht nicht. Wahrscheinlich kam sie aus einer Gegend, welche die von Moskau unterstützten Separatisten kontrollierten. Sofort beginnt es wieder, das alte Spiel zwischen Russland und der internationalen Gemeinschaft. Moskau erhebt allerlei Einwände gegen die Untersuchung, obwohl alle anderen sechs beteiligten Länder den Schlussfolgerungen zustimmen.

Flugzeugabsturz in der Ukraine
45 Bilder
Die Ukrainische Regierung behauptet, die beiden Kampfjets seien von russischer Seite aus abgeschossen worden. (Archivbild)
König Willem Alexander und Königin Maxima beim Empfang der Absturzopfer.
Niederländische Soldaten tragen die Särge der Absturzopfer.
In Eindhoven werden die Flugzeuge mit den ersten Leichen empfangen.
Die Särge werden verladen.
Letzte Ehre für die Toten von Flug MH17 in Charkow.
Das Flugzeug mit den Leichen an Bord hebt ab Richtung Eindhoven.
Auf dem Flughafen in Eindhoven weht die holländische Fahne auf Halbmast.
Die Absturzopfer werden in Charkow ins Transportflugzeug geladen.
Aus dem Zug kommt ein starker Verwesungsgeruch
OSZE-Beobachter dürfen unter strenger Aufsicht der Rebellen die Waggons mit den Leichen inspizieren
Eine Frau schaut auf den Zug, in dessen Kühlwaggons die Leichen der Absturzopfer gelagert werden.
Rebellen bewachen die Zug-Waggons
In diesem gekühlten Zug sind die abtransportierten Leichen gelagert, meldet der Korrespondent des Wall Street Journal auf Twitter.
Delegierte stehen an der Aids-Konferenz gemeinsam auf der Bühne und legen für die Opfer des Absturzes - unter denen viele Konferenz-Teilnehmer sind - eine Schweigeminute ein.
Trauerzeremonie in der niederländischen Stadt Haarlem.
Ein bewaffneter Separatist bei der Absturzstelle der MH17
Ein junger Separatist ruht sich neben der Absturzstelle aus, während ein anderer die Wache übernimmt.
In Australien trauern Hinterbliebene.
Leichensäcke liegen am Strassenrand bereit zum Abtransport
Eine Stewardess trägt sich am Amsterdamer Flughafen Schiphol ins Kondolenzbuch ein. Währendem versammeln sich Angehörige und wollen zur Absturzstelle fliegen.
Trauer in einem holländischen Quartier: 189 der 298 Insassen kamen aus der Niederlande.
«Wer ist der Mörder?» steht auf einem Karton - grosse Trauer in Kuala Lumpur.
Flugzeugabsturz in der Ukraine
Flugzeugabsturz in der Ukraine
Unter den Toten sind auch viele Kinder.
Blumen wurden auf eines der zerstörten Triebwerke gelegt.
Schreckliche Szene: Mit weissen Fahnen werden gefundene Leichenteile markiert.
Rettungskräfte an der Boeing-Absturzstelle in der Ostukraine
Amateuraufnahmen vom Moment des Aufschlags.
Am Abend steigt noch immer Rauch aus den Trümmerteilen
Sicherheitskräfte und Schaulustige zwischen den Wrackteilen des Flugzeugs.
Bild von Videoaufnahmen nahe des angeblichen Absturzortes.
Malaysias Transportminister, Liow Toing Lai, beteuert, dass das Flugzeug der Malaysian Airlines nie in gesperrtem Luftraum geflogen sei.
Flugzeugabsturz in der Ukraine
Flugzeugabsturz in der Ukraine
Flugzeugabsturz in der Ukraine
Flugzeugabsturz in der Ukraine
Apokalyptische Stimmung auf der Absturzstelle der MH 17.
Flugzeugabsturz in der Ukraine
Banges Warten in Kuala Lumpur
Viele Ukrainer legten bei der holländischen Botschaft in Kiew Blumen nieder
Eine Rauchsäule über dem Absturzort in der Ostukraine
Am Amsterdamer Flughafen bleibt der Schalter der Malaysia Airline geschlossen

Flugzeugabsturz in der Ukraine

Keystone

Für neutrale Laien sind die sich widersprechenden Behauptungen schwierig einzuordnen. Doch man muss kein Experte sein, um das Vorgehen der beiden Seiten einzuschätzen. Die Niederländer informieren mit grösstmöglicher Transparenz: Sie haben Hunderte Seiten starke Berichte veröffentlicht. Jede Interpretation ist begründet, auch russische Argumente werden gewürdigt. Fachleute werden die Informationen in den nächsten Monaten durchkämmen, Unstimmigkeiten kämen zweifellos ans Licht.

Auf russischer Seite hingegen ist es mit der Transparenz nicht zum Besten bestellt. Ein Beispiel: Moskau stellte nur eingeschränkte Radardaten zur Verfügung, obwohl internationale Regeln anderes verlangen. Solche Tricks passen zu einer Regierung, die sich unter Putin spezialisiert hat, einen demokratischen Rechtsstaat zu imitieren. Wer genau hinschaut, erkennt jedoch zahllose Unstimmigkeiten, verwedelt durch Intransparenz. So verhält sich nur, wer etwas zu verbergen hat.

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