Krieg in Syrien
Putins blutiger Stinkefinger

Dass man auf ein Bündnis mit Putin gesetzt hat, zeigt nur eines: Wie gross die Rat- und Orientierungslosigkeit im Westen ist angesichts der apokalyptischen Verhältnisse in Syrien – Verhältnisse, die man zu einem guten Teil mitverantwortet.

Gieri Cavelty
Gieri Cavelty
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Was hat man von Wladimir Putin eigentlich erwartet?

Was hat man von Wladimir Putin eigentlich erwartet?

Keystone

Was hat man von Wladimir Putin eigentlich erwartet? Militärflugzeuge gegen den IS sind schon seit langem im Einsatz – weshalb sollten russische Jets da plötzlich den Durchbruch im Kampf gegen die irren Islamisten bringen?

Dass man gleichwohl auf ein Bündnis mit Putin gesetzt hat, zeigt nur eines: Wie gross die Rat- und Orientierungslosigkeit im Westen ist angesichts der apokalyptischen Verhältnisse in Syrien – Verhältnisse, die man zu einem guten Teil mitverantwortet. Und also säuselten Beobachter und Politiker plötzlich davon, dass man mit dem syrischen Machthaber, Massenmörder und Putin-Freund Assad eben doch das Gespräch suchen und gemeinsam mit Russland gegen den IS vorgehen müsse.

Auch unser Aussenminister Didier Burkhalter, dem es auf der grossen Bühne der Weltpolitik ohnehin eine Spur zu gut gefällt, ist dieser Tage in den Chor der Säusler eingestimmt. Und alle zusammen werden jetzt – einmal mehr – eines Besseren belehrt: Mit Wladimir Putin gibt es keine vernünftigen Allianzen.

Keine Frage und wie gesagt: Der Westen ist mit seiner Strategie in Syrien kläglich gescheitert. Wer einen solchen Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Indem Wladimir Putin jetzt offenbar nicht gegen den IS kämpft, sondern die vom Westen unterstützten Feinde Assads ausbombt, zeigt der russische Präsident allen einmal mehr: seinen blutigen Stinkefinger.

gieri.cavelty@azmedien.ch

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