Polemik
Wählen Sie die Nonvaleurs!

Was braucht es, um ein einflussreicher Politiker zu werden? Viel arbeiten, meint SP-Parlamentarier Christian Levrat dazu. Doch ist das wirklich im Sinne des Milizgedankens?

Gieri Cavelty
Gieri Cavelty
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Christian Levrat

Christian Levrat

Felix Gerber

Christian Levrat ist der wichtigste Parlamentarier in Bundesbern. Die «SonntagsZeitung» hat ihn an die Spitze ihres Politikerrankings gestellt – in der gleichen Publikation verrät Levrat dann auch gleich, wie jemand ein so bedeutender Politiker wird: «Er muss arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten.» Wobei mit Arbeiten nicht beispielsweise das Herumwerkeln in der väterlichen Garage gemeint ist. Es geht um Dossierkenntnisse, Netzwerken im Bundeshaus, Pipapo.

Wie ging das noch einmal mit unserem hochgelobten Milizsystem? Beruht das helvetische Selbstverständnis nicht eben darauf, dass unsere Politiker Menschen wie du und ich sind, die neben ihrer Tätigkeit im Bundeshaus noch jeden Tag einen Hobel in die Hand nehmen oder sonst auf unspektakuläre Weise ihre Brötchen verdienen? Erfreulicherweise ist es für den traditionsbewussten Wähler ganz einfach, die verschiedenen Politikerrankings auch ganz im Sinne des Milizgedankens zu nutzen: Man wähle einfach die Nonvaleurs ganz am Schluss des Rankings. Diese Leute werkeln doch bestimmt nicht den ganzen Tag an ihrer Berufspolitikerkarriere.

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