Leserbrief
Die Autofahrer werden bevorzugt

«Mall: Steigende Besucher­frequenzen – ohne genaue Zahlen», Ausgabe vom 17. September

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Von mir aus hat die Mall of Switzerland einen einzigen Pluspunkt: ein MMM, der von der Stadt aus mit dem ÖV ohne Umsteigen erreichbar ist. Der Rest ein Ärgernis. Die Linken und Grünen pochten auf den ÖV, bald wird der Bus der Linie 1 bis zur Mall fahren. Ein Witz, denn der MMM ist am weitesten von der Bushaltestelle entfernt, dafür liegt das Parkhaus mit den Einkaufswagen direkt neben der Migros. Die Fussgänger müssen ihre Einkäufe schleppen.

Vom Haupteingang her – am linken Ende des Gebäudes – ist der MMM im Erdgeschoss nicht direkt erreichbar. Man muss mindestens ins erste Obergeschoss hinauf, einen endlosen Gang entlang und ganz hinten – am rechten Ende – wieder hinunter. Auch hier: Bevorzugung der Autofahrer. Immerhin kann man via einer Rampe von aussen in den MMM gelangen. Diese ist Wind und Wetter ausgesetzt, aber man erspart sich so den Umweg im Gebäude.

Die Restaurants befinden sich mehrheitlich direkt am oder oberhalb des Haupteingangs. Wenn nun Gehbehinderte (erst recht mit Krücken und Rollatoren) chauffiert werden und vor dem Einkaufen gerne essen möchten, ist der Autofahrer gezwungen, sie im Parkhaus aussteigen zu lassen. Vor dem Eingang gibt es nämlich nur einen amtlichen Kreisel, in dem jegliches Anhalten verboten ist. Fazit: ein langer Fussmarsch zurück. Ist das kundenfreundlich?

Viele der in der Mall eingemieteten Geschäfte gibt es auch in der Stadt. Ein Besuch der Mall lohnt sich deshalb nur, wenn man das Angebot vom MMM, Do it und Garden nutzen will. Empfehlenswert: die grosse Terrasse vor dem Migros-Restaurant. Aber das wars dann auch schon.

Irene Probst, Luzern