Leserbrief
Elon Musk – 5G – oder doch Fred Feuerstein?

«Swisscom trotzt 5G-Moratorium», Ausgabe vom 25. Mai

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Die ganze Bandbreite der politischen Diskussion um den neuen Mobilfunkstandard 5G wurde in der «Luzerner Zeitung» vom 25. Mai abgebildet. Einerseits sind da die 5G- Gegner, welche sich schon ab eingereichten Bewilligungsgesuchen der Swisscom fürchterlich aufregen. Obwohl die politischen Behörden aufgrund der rechtlichen Grundlagen Baubewilligungen entgegennehmen und veröffentlichen müssen, wollen sie verhindern, dass Mobilfunk- betreiber überhaupt Gesuche einreichen dürfen. Sie sehnen sich offensichtlich an die Zeiten von Fred Feuerstein zurück, wo man noch an der Feuerstelle miteinander kommuniziert hat.

In der gleichen Ausgabe der LZ ist in einem Meinungsartikel von Frau Susan Boos von der WOZ zu lesen, dass Elon Musk die ganze Diskussion um 5G und/oder Glasfaser gar nicht interessiert. Mit seinem Satellitenprojekt «Starlink» stationiert er monatlich 60 Satelliten im Orbit. Gemäss LZ haben die Behörden bereits 12000 Satelliten bewilligt, nochmals 30000 sollen folgen.

Damit wird dann drahtloses und superschnelles Internet auch auf dem Mittaggüpfi oder im Finsterwald möglich sein – ohne Glasfaserkabel und ohne Mobilfunkantennen.

Die Coronakrise hat mit Homeoffice, Homeschooling und unzähligen Videokonferenzen aufgezeigt, dass die Kapazitäten des 4G-Netzes bald ausgeschöpft sind. Youtube, Netflix und wie die Streamingplattformen alle heissen, mussten auf Bitten der Europäischen Behörden ihre Übertragungsgeschwindigkeiten drosseln, um Überlastungen zu vermeiden.

Neue Technologien und Übertragungsgeschwindigkeiten werden sehr schnell ein dringendes Bedürfnis sein. Europa – und damit auch die Schweiz – müssen aufpassen, damit sie technologisch nicht um Meilen von China und den USA überholt werden.

Die Schweiz hatte bis jetzt weltweit eine Führungsposition bezüglich der 5G-Technologie. Diese werden wir wegen der vielen Einsprachen gegen 5G-Baugesuche sehr schnell verlieren.

Auch wenn ich nach wie vor mit grossem Genuss Trickfilme von den Familien Feuerstein und Geröllheimer geniesse, weiss ich, in welcher Zeit ich lebe. Hoffentlich wissen das auch die jüngeren Generationen, welche andere Serien als Fred Feuerstein im Streaming geniessen möchten, falls die Übertragungskapazitäten noch ausreichen werden.

Erwin Schwarz, Einwohnerrat FDP, Kriens

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