Leserbrief
Energie: Der Verzweiflungsruf der Atomkraftbefürworter

Zum Leserbrief «Solarstrom und Windräder reichen nicht», Ausgabe vom 25. August

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Leserbriefschreiberin Frieda Hänggi bezeichnet das Potenzial von Fotovoltaikanlagen als lächerlich gering. Leider lässt sie völlig offen, worauf sich ihre Meinung abstützt. In einer Medienmitteilung vom 26. September 2018 hat das Bundesamt für Energie berichtet, dass allein das Solarenergiepotenzial der Schweizer Hausdächer rund 50 TWh/Jahr beträgt. Diese Energiemenge reicht aus, um die Dekarbonisierung des Energieverbrauchs des Verkehrs und der Gebäude zu ermöglichen und die Energie der wegfallenden Atomkraftwerke zu ersetzen. Der Ruf nach Atomenergie hat aus meiner Sicht den Charakter eines Verzweiflungsrufs ohne Grundlage. Die Schweiz hat heute noch keine Lösung für die sichere Entsorgung des anstehenden radioaktiven Atommülls.

Somit ist die Atomenergie keine nachhaltige Lösung, weil sie nicht auf erneuerbaren Rohstoffen basiert und auf nicht absehbare Zeit unsere Umwelt belastet, was die Bedingungen für sauberen Strom nicht erfüllt. Daher sehe ich nur einen Weg: Konsequent und vehement den Aufbau aller Arten von effizienten erneuerbaren Energien fördern, damit die Stromversorgungssicherheit auf lange Zeit gewährleistet werden kann und, gegenwärtig speziell dringend, der CO2-Ausstoss schnellstmöglich auf netto-null reduziert werden kann.

Urs Thumm, Rothenburg

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