Leserbrief
Es braucht mehr Strassen – auch für den öffentlichen Verkehr

«Durchgangsbahnhof: Lange Bauzeit schränkt öffentlichen Verkehr ein», Ausgabe vom 21. September

Drucken
Teilen

Die Agglomeration Luzern ist die am dichtesten besiedelte Agglo der Schweiz. Zudem hat sie am zweitwenigsten Verkehrsfläche pro Einwohner. Nun wird in diesem Raum bis 2040 nochmals 40 Prozent mehr Mobilitätsbedarf erwartet. Dabei reichen schon heute kleine Unfälle und Pannen, um das System zum Erliegen zu bringen. Um diese riesigen Aufgaben zu lösen, plant der Kanton entlang eines «Agglo-Programms». Es sieht einen Durchgangsbahnhof vor und eine neue Bypass-Autobahn für den Nord-Südverkehr. Die bestehende Autobahn wird zum City-Ring und entlastet die Hauptstrassen der Agglomeration. Diese Lösung hat den Bund überzeugt. Er ist deshalb bereit, den Bypass und den Bahnhof mit rund vier Milliarden Franken zu finanzieren. Wie immer bei solch grossen Projekten gibt es Gegner. Die einen wollen keine jahrelange Mega-Baustelle mitten in der Stadt für den Bahnhof, die anderen wollen grundsätzlich keine neuen Strassen. Sie verschweigen, dass auch der ÖV in Luzern zu über 66 Prozent auf der Strasse stattfindet. Das nötige Wachstum des ÖV kann deshalb nur über zusätzliche Strassenkapazitäten erreicht werden. Der Durchgangsbahnhof und das Autobahn-System sind Zwillinge im gleichen Projekt. Es braucht zwingend beide. Nur so können die nötigen Kapazitäten in der Agglo Luzern für eine zuverlässige und effiziente Mobilität geschaffen werden. Und diese ist gemäss vielen Studien eines der Hauptanliegen der Luzerner Bevölkerung.

Gaudenz Zemp, Direktor KMU- und Gewerbeverband Kanton Luzern,
St. Niklausen

Aktuelle Nachrichten