Leserbrief
Keine Pädagogik aus der Mottenkiste

«Pädagogik aus der Mottenkiste», Ausgabe vom 30. Januar

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In der «Zuger Zeitung» vom Mittwoch, 30. Januar 2019, zitierte Redaktor Yannick Nock im seinem Schauplatz-Beitrag zum Klimaschutz-Aktionsstreik von Schülern den ehemaligen SRF-Redaktor und SP-Nationalrat Matthias Aebischer, der die konsequente Verhaltensweise einer Lehrperson als «Pädagogik aus der Mottenkiste» bezeichnet. Ein Lehrer aus Payerne hatte sich getraut, denjenigen Schülern, welche am schweizweit organisierten Klimaschutz-Streiktag vom 25. Januar 2019 teilgenommen hatte, wegen unentschuldigten Nicht-Erscheinens zur angekündigten Mathematik-Prüfung die Note 1 zu erteilen.

Als Vater von drei inzwischen erwachsenen Söhnen stelle ich mich voll und ganz hinter diese Lehrperson. Die Verantwortung und die Konsequenzen für ihr eigenes Verhalten zu tragen, können Kinder nicht früh genug lernen. Dies hat nichts und wirklich auch gar nichts mit einer Bankrotterklärung für die freie Meinungsäusserung zu tun, wie dies Nationalrat Aebischer weiter verlauten liess. Eine unbewilligte Teilnahme an Demonstrationen oder Streiks während der Schulzeit ist schlichtweg nicht akzeptabel. Eine solche Demonstration kann auch an einem freien Nachmittag oder an einem Samstag durchgeführt werden, wie es nun ja plötzlich auch bei den nachfolgenden Streikaktionen vom Samstag, 2. Februar 2019 möglich geworden ist.

Zudem finde ich es bedenklich, wenn der oberste Schulleiter der Schweiz, Bernard Gertsch, seinen Lehrerkollegen noch in den Rücken fällt und meint, «eine solche Strafe geht zu weit». Es wäre zudem sehr interessant zu wissen, welche «unsichtbare politische Hand» auch in der Schweiz hinter diesen Klimastreiks steht. Die Bekanntheit der sechzehnjährigen globalen Klima-Aktivistin und Klima-Ikone Greta Thunberg wurde mittels einer professionell organisierten PR-Kampagne um den schwedischen Public-Relations-Experten Ingmar Rentzhog aufgebaut. Hinter dieser Kampagne stehen u. a. auch Aktivisten von Extinction Rebellion, einer internationalen radikalen Umweltschutzbewegung. Diese Bewegung will mit Hilfe von direkten Aktionen und zivilem Ungehorsam eine klimafreundliche Politik erzwingen. Wer meint, dass wir durch das Umsetzen der Energiestrategie 2050 und das Abschalten der klimafreundlichen Kernkraftwerke in Zukunft eine gesicherte und umweltverträgliche Energieversorgung haben werden, der wird eines Tages noch ein böses Erwachen erleben.

Unser nördliches Nachbarland Deutschland lässt mit seinen Kohle- und Gaskraftwerken grüssen und freut sich auf zukünftige Stromexporte in die Schweiz, derweil unsere Schweizer Wasserkraftwerke durch diese unselige Energiepolitik dahinserbeln.

Theo Biedermann, alt Bildungsrat, Cham