Leserbrief
Klimawandel: Ab 1. September braucht es Temporeduktion

«Klimaexperten zeichnen ein düsteres Bild», Ausgabe vom 10. August

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Diesen Sommer werden wir wohl nicht so schnell vergessen: Regen und Hochwasser ohne Ende, vom Rekordhagel zerbombte Dachlandschaften, apokalyptische Szenen aus den deutschen Überschwemmungsgebieten, brennende Wälder und Dörfer in den Feriendestinationen von Südeuropa. Und jetzt noch dieser alarmierende Bericht des Weltklimarates, den jeder nachlesen kann, der es wissen will. Man sollte meinen, dass all dies genügen sollte, um die Lethargie in Gesellschaft und Politik zu durchbrechen und zu beherzten Taten zu schreiten. Niemand kann heute noch behaupten, er wüsste nicht, was renommierte Wissenschaftler schon seit Jahren fordern.

Trotz all dem habe ich nicht den Eindruck, dass ein «Ruck» durch die Schweiz geht, und dass es mit ernst gemeintem und wirksamem Klimaschutz jetzt wirklich vorwärtsgeht.

Dazu habe ich einen Vorschlag, der sowohl eine starke symbolische Wirkung, wie auch eine massive sofortige CO2-Ausstoss-Reduktion zur Folge hätte: Reduzieren wir doch als Sofortmassnahme die Höchstgeschwindigkeit auf unseren Strassen auf maximal 100 km/h.

Schliesslich gilt der motorisierte Verkehr – neben den fossilen Gebäudeheizungen – als eine der Hauptquellen für unseren CO2-Ausstoss. Die Massnahme soll per 1. September 2021 schweizweit eingeführt und so lange beibehalten werden, bis Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit der Dekarbonisierung des Verkehrs auf Zielkurs sind.

Der Aufschrei und die Empörung, die auf diesen Vorschlag zu erwarten sind, demaskieren deutlich und klar, wie wenig ernst und engagiert es der Aufschreiende meint, sobald eine Massnahme seine eigenen Lebensgewohnheiten betrifft. Eine solche Massnahme würde allen Mitbürgerinnen und -bürgern den wirklichen Ernst der Lage sofort ins Bewusstsein schieben.

Richard Brusa, Grosswangen

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