Leserbrief
Schmetterlinge lassen sich bis im Juni Zeit

Zu einem Leserbrief über die Trinkwasser-Initiative, Ausgabe vom 28. April

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Lieber Herr Lanfranconi, schön dass Sie Ihre Freizeit gerne in der Natur verbringen. Leider sind Sie etwas früh mit Ihren Wünschen nach blühendem Mohn und fliegenden Schmetterlingen. Mohn beginnt frühestens im Mai mit der Blüte und die Schmetterlinge lassen sich bis im Juni Zeit. Also kein Wunder, haben Sie diesen Frühling davon noch nichts gesehen. Das Ausbringen der durch die Wintermonate angesammelten Gülle macht im Frühling am meisten Sinn.

Haben Sie schon mal bedacht, wenn sie mit Ihrem Fahrrad auf den kleinen Strässchen neben unseren Höfen vorbeifahren, dass Sie sich oftmals auf Privatgrundstücken bewegen? Nicht jeder Weg ist ein Wander- und Bikerweg und entsprechend im Wanderwegplan eingetragen. Ich finde, für dieses Entgegenkommen dürfen die Bauern etwas Toleranz und Verständnis von den Benützern erwarten.

Ursula Schmid, Wolhusen


Mit dem Velo im Frühling auf schmalen Wegen die schöne Landschaft mit den vielen Frühlingsblumen geniessen, ist ein schönes Privileg. Aber der Mohn, den Bruno Lanfranconi in seinem Leserbrief vermisst, blüht erst im Sommer in Getreidefeldern. Auch die vielen Schmetterlinge (auch Sommervögel genannt) fliegen erst an warmen Sommertagen.

Bedrückende Agrarwüsten, wie Sie es nennen, sehen wir vor allem in Spanien, wo ganze Landschaften mit Plastiktunneln abgedeckt sind. Von dort stammt auch das importierte Gemüse.

Wenn die Trinkwasser-Initiative angenommen wird, werden viele Bauern, die Gemüse, Obst oder Kartoffeln anbauen, auf die Direktzahlungen verzichten. Um bei diesen krankheitsanfälligen Kulturen Mindererträge zu vermeiden, werden sie sie weiterhin mit Pflanzenschutzmittel schützen. Den Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) müssen sie dann nicht mehr erfüllen und können auch die Biodiversitätsflächen wieder mit Kulturen bepflanzen und so den Verlust der Direktzahlungen zum Teil wettmachen. Dadurch werden das Trinkwasser und die Umwelt nicht besser, sondern noch mehr gefährdet.

Setzen wir auf die Verordnung des Bundesrates, die den Pestizideinsatz halbiert und stimmen zur Trinkwasser-Initiative Nein. Das wäre besser und würde die Landwirtschaft schneller auf eine umweltverträglichere Nahrungsmittel­produktion umstellen.

Guido Strebel, Zell

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