Medienkolumne
Von Akanji zum Apache: Wie der Sprachroboter untertitelt

Fussball-Kommentatoren-Kunst, übersetzt von einem Sprachroboter: Das gibt ein seltsames Ergebnis.

Raffael Schuppisser
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Die App des Video-Sharing-Dienstes YouTube auf einem Smartphone.

Die App des Video-Sharing-Dienstes YouTube auf einem Smartphone.

Bild: Christian Beutler / Keystone

Kaum einer polarisiert so stark wie SRF-Fussballkommentator Sascha Ruefer. Für die einen strahlt er Kompetenz gepaart mit Leidenschaft aus, für die anderen ist er der Nörgler der Nation. Zum Glück gibt es für alle, die seine Phrasen («Der Mann aus Sursee!») und dauererregte Stimme nicht mehr hören wollen, eine Alternative. Und die geht so: «jetzt ein freistoss des bezirks. locker abstoss von apache. ein erster abschluss war das und alles war gut aufgelegt. warum nicht jacqueline etwa versucht.»

Das ist nicht dadaistische Fussballkommentatoren-Kunst, sondern auch Sascha Ruefer. Übersetzt von einem Sprachroboter in Schrift. Das SRF fasst jeweils die Highlights der EM-Spiele zusammen und stellt sie auf Youtube – und da lassen sich auf Wunsch auch die – zugegebenermassen etwas kuriosen – Untertitel zuschalten: Aus Akanji wird «Apache», aus Shaqiri «Jacqueline» und auch die Semantik wird gehörig durcheinandergewirbelt.

Wer nun glaubt, es handle sich bei der Roboterübersetzung um die neuste Sparmassnahme von SRF, der irrt. Die Untertitel stammen von Youtube selbst. Sie sind bei den Zusammenfassungen der deutschen Sender nicht weniger kryptisch. Da wird etwa Breel Embolo zu «Brillo Polo» und die Nati ausgerechnet zur «Nato». Da soll noch einer sagen, Roboter hätten keinen Humor.

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